Mit viel Optimismus und gegen heftige Kritik von außen begann die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank vor acht Jahren ein Brauereiimperium zusammenzukaufen – und sucht jetzt für Teile davon Käufer. Vor allem das Aktienpaket der Dortmunder Union-Schultheiss Brauerei drückt die Münchner. Im vergangenen Jahr purzelte der Börsenkurs von DUB-Schultheiss so stark, daß die Hypo auf ihre fast vierzig Prozent Kapitalanteil schätzungsweise sechzig Millionen Mark abschreiben mußte.

Angeblich soll es ernsthafte Interessenten für dieses Aktienpaket im Ausland geben; doch die Körperschaftsteuerreform mit der Benachteiligung ausländischer Aktionäre erschwert den Verkauf. Um dieses Handikap zu beseitigen und die Partnersuche zu erleichtern, brachte die Hypo nun knapp fünfzehn Prozent ihrer DUB-Schultheiss-Aktien in die Holding "Porta" ein, an der sie und der kanadische Broker Wood-Gundy mit jeweils der Hälfte beteiligt sind. Die "Porta" rundete das Paket durch Zukäufe auf 25 Prozent auf. Der Hypo-Brauerei-Konzernbastler Anton Ernstberger, inzwischen im Aufsichtsrat des Instituts, bestreitet, daß man DUB-Schultheiss nun wie Sauerbier anbiete. In zwei Jahren werde das Unternehmen seine Probleme überwunden haben. Sei es ihm geglaubt – aber spätestens dann ist eine Schlußbilanz fällig.