Die Investitionstätigkeit in der Bundesrepublik wird sich im weiteren Lauf des Jahres beschleunigen. Damit rechnet das Institut für Weltwirtschaft in Kiel in seinen neuesten "Thesen zur Konjunkturlage". Das Wirtschaftsforschungsinstitut stützt seine Prognose auf das "recht hohe Niveau" der Inlandsauftragseingänge bei der Investitionsgüterindustrie und darauf, daß die Erwartungen über die Wirtschaftsentwicklung in wichtigen Partnerländern "offensichtlich übertrieben pessimistisch waren". Freilich: Die Zahl der Arbeitslosen wird sich nach Kieler Meinung erst in den Sommermonaten abzubauen beginnen; im Jahresdurchschnitt bleiben 900 000 Beschäftigungslose.

Ein Bildnis in eher freundlichen Farben malt eine französische Studie von der Situation der Bundesrepublik. Im Kampf gegen die Inflation, in der Außenhandels- und in der Währungspolitik haben die Deutschen nach einer Untersuchung des französischen Wirtschafts- und Sozialrats beachtliche Erfolge erzielt. Als Schattenseiten der deutschen Wirklichkeit betrachten die Franzosen allerdings die Defizite im Staatshaushalt, die Krise in der Rentenversicherung und die Dauerhaftigkeit der Arbeitslosigkeit.

An den Goldmärkten in London und Zürich gab es zum Beginn dieser Woche einen Umschwung. Der Preis für die Unze Feingold, der bis vergangenen Freitag auf 153,5 Dollar gestiegen war, gab auf beinahe 149 Dollar nach. Einer der Gründe: amerikanische Goldverkäufe, ausgelöst durch die Drohung, die USA könnten unter Umständen zur Dämpfung der jüngsten Hausse Gold aus eigenen Beständen verkaufen.

Ihre eigene Hausse haben sich bisher unerkannte Goldfalscher gemacht: Sie haben in wohl größerem Umfang "Hundert-Gramm-Goldbarren", bestehend aus Wolfram-Kern (Kilopreis: zwischen 60 und 200 Mark) und elf Gramm schwerer Goldumhüllung (Kilopreis: rund 11 500 Mark), in Umlauf gebracht. Die Fälschungen, mit dem Prägezeichen der Degussa versehen, sind so perfekt, daß sie mit den herkömmlichen Prüfmethoden der Banken nicht enttarnt werden können. xs