Über Gott und die Welt

Mit wem, wenn nicht mit dem Papst, soll ein (ebenso vielgeplagter) Bundeskanzler über "Gott und die Welt" reden können? Nur gründliche deutsche Christdemokraten bezweifeln, daß Helmut Schmidt bei seinem Besuch im Vatikan letzte Woche die Niederungen der Tagespolitik hinter sich ließ, und Paul VI. sein vorbereitetes Aktenstück beiseite schob. Nicht über 218 und auch nicht über die Bistumsgrenzen der DDR wurde geredet (obwohl die Bonner Vatikanbotschaft derlei geunkt hatte, um den Kanzler abzuschrecken). Es ging um katholische Soziallehre, Godesberger Programm und Helmut Schmidts "Grundwerte-Rede" von 1976, die der Kanzler verwundert auf dem päpstlichen Schreibtisch entdeckte. So wurde aus "menschlicher Neugier", mit der Schmidt nach eigenen Worten in den Vatikan gekommen war (obwohl sich die "katholische Lobby" in der SPD mehr dabei dachte), ein "tiefes Gespräch mit einem weisen alten Mann".

Falsch verstandener Abrassimow

Der sowjetische Botschafter in der DDR, Pjotr Abrassimow, hat allen Grund, auf die DDR-Journalisten böse zu sein. Sie hatten nämlich zuviel über seine Pressekonferenz berichtet. Auf die Frage, wie es mit den Rechten der Westalliierten in Ost-Berlin stehe, hatte der Botschafter in Russisch geantwortet, es gebe kein Ost-Berlin, sondern nur die Hauptstadt der DDR. Die DDR-Agentur ADN machte daraus: "Was Rechte, Militärrechte der drei Westmächte im Ostteil der Stadt betrifft, so muß ich sagen, so etwas gibt es nicht. Es gibt keinen Ostteil, es gibt nur eine Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik." Diese Übersetzung mußte so verstanden werden, als ob Abrassimow die westlichen Rechte für den Ostsektor Berlins bestreite. Die sowjetische Botschaft erklärte aber bald darauf, hier handele es sich um einen Übersetzungsfehler.

Anruf genügt

Weil sie unter den Auserwählten war, die sich kürzlich an der Telephon-Aussprache mit US-Präsident Carter beteiligte, bekam die 21jährige Leslie Pfenninger einen Job. Ihr neuer Arbeitgeber, Warren McConnell, Direktor in der Bundesbehörde für Alkohol und Tabak, erklärte dazu: "Wer den Mumm aufbringt, den Präsidenten anzurufen, den stelle ich ein." In ihrem Carter-Zwiegespräch hatte sich die arbeitslose Leslie Pfenninger darüber beklagt, daß junge Leute keine Chance hätten, in Regierungsabteilungen zu arbeiten. Der Präsident konnte ihr nichts versprechen, ihre Kritik aber machte Schlagzeilen. So erreichte sie, was sie wollte.

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