Nach dem gescheiterten amerikanischen Abrüstungsvorstoß in Moskau gab der sowjetische Außenminister Andrey Gromyko eine Pressekonferenz, in der er laut "Novosti" unter anderem erklärte:

Jetzt wird in den USA die Darstellung verbreitet, wonach die Vertreter der USA bei den Verhandlungen in Moskau ein großes Abrüstungsprogramm unterbreitet hätten und die sowjetische Führung es nicht akzeptiert habe. Ich muß sagen, daß diese Darstellung nicht der Wirklichkeit entspricht. Ein solches Programm hat uns niemand vorgelegt.

Wenn die USA zum Verbot neuer Waffen bereit sind, warum beharren sie dann auf der Notwendigkeit, den von manchen in den USA so sehr geliebten strategischen Bomber B-1 zu produzieren? Das gleiche gilt für den Bau des Atom-U-Bootes ‚Trident‘.

Der Vertreter der USA, Cyrus Vance, bezeichnete seine Vorschläge als Grundlage für ein breites, allumfassendes Abkommen. Bei objektiver Untersuchung dieser Vorschläge kann unschwer geschlußfolgert werden, daß sie das Ziel verfolgen, einseitig Vorteile für die USA zum Schaden der Sowjetunion, zum Schaden ihrer Sicherheit und der Sicherheit unserer Verbündeten zu erhalten."

Der sowjetische Außenminister wies darauf hin, daß der sogenannte enge Vorschlag der amerikanischen Seite die "Cruise Missiles" völlig, aus dem Abkommen ausschloß, und erklärte dazu: "Nein, das wird nicht die Sicherheit sein, die die Völker von ganzem Herzen wollen. Wir erklären, daß dies keine Lösung des Problems ist und nicht einmal einer Lösung des Problems nahekommt. Damit ist der USA-Außenminister auch aus Moskau abgereist. Wir sind bereit, die Verhandlungen zu all diesen Problemen fortzusetzen. Die sowjetischen Staatsmänner werden genug Geduld haben. Wir haben nicht die Absicht, die wesentlichen Unterschiede zwischen den Positionen der USA und der Sowjetunion zu bagatellisieren. Das wurde dem USA-Außenminister freimütig gesagt. Bedeutet das aber, daß unüberwindliche Hindernisse vorhanden sind: Nein, keineswegs. Wir werden aber nie unsere legitimen Interessen, unsere Sicherheit preisgeben.

Alles was in der letzten Zeit in den USA von ,Menschenrechten‘ – geredet wird, vergiftet natürlich die Atmosphäre und verschlechtert das politische Klima. Hilft das der Lösung anderer Fragen, darunter auch derjenigen, die die strategischen Waffen betreffen? Nein, keineswegs. Im Gegenteil, das ist hinderlich. Wir selbst drängen uns niemandem als Schulmeister auf, wenn es sich um die inneren Angelegenheiten eines Staates handelt, denn nur die Staaten allein können über ihre inneren Angelegenheiten entscheiden."

Hatte Präsident Carter nach dem Scheitern der Salt-Gespräche noch mit einer forcierten Atomaufrüstung der USA gedroht, so schlug er nach Vances Rückkehr wieder sanftere Töne an:

"Unsere gesamte Administration wird ihr bestes für die Fortsetzung der Gespräche tun. Wir werden alles unternehmen, um die Freundschaftsbande und das Vertrauen zwischen uns und der sowjetischen Führung zu stärken. Ich glaube, die Sowjets werden letztlich doch mit uns übereinstimmen, daß es im besten Interesse des amerikanischen und des sowjetischen Volkes liegt, unsere Abhängigkeit von diesen furchtbaren Waffen zu verringern."