Die Linde AG hat 1976 bei einem Umsatzwachstum im Konzern von zwölf Prozent eine Gewinnsteigerung je Aktie um rund 30 Prozent erzielt.

Unter diesen Umständen kam der Vorstand nicht an dem Eingeständnis vorbei: "Der Jahresabschluß ist als gut zu beurteilen." Gleichwohl werden die Aktionäre – wie im Vorjahr – wieder acht Mark Dividende erhalten. 3,1 – nach 1,6 Millionen – gehen in die Rücklagen. Auch wenn man berücksichtigt, daß die Gesellschaft im vergangenen Jahr alle Möglichkeiten zur Reservenbildung ausgenutzt hat, so ist dies ein relativ geringer Betrag. Das bessere Ergebnis führt der Vorstand auf die in den letzten Jahren erfolgte Umstrukturierung des Betriebes zurück, aus dem ertragsschwache Teile ausgegliedert oder aufgegeben worden sind. Im Auftragseingang des letzten Jahres half das starke Auslandsgeschäft über die Nachfrageschwäche aus dem Inland hinweg. Auslandsaufträge wuchsen 1976 um 55,1 Prozent auf 2,3 Milliarden Mark. Der Konzernumsatz machte 1,6 Milliarden aus. Die größten Anlagekunden sind Südafrika und Portugal.

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Mit ihren Umsätzen haben die deutschen Großchemie-Unternehmen 1976 wieder Anschluß an das Spitzenjahr 1974 gefunden, mit den Gewinnen noch nicht.

Bei den Quartalsergebnissen verzeichnen BASF, Bayer und Hoechst in den letzten drei Monaten des Jahres 1976 einen Ertragsknick nach unten. Hierfür dürften jedoch in der Hauptsache bilanztechnische Gründe verantwortlich sein, wie Abschreibungen auf Beteiligungen oder erhöhte Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen. Es wäre auch nicht überraschend, wenn die Unternehmen das gute Jahre 1976 zu einer erhöhten Risikovorsorge benutzt haben. Bei einem Vergleich der Ergebnisse mit dem Jahr 1974 ist zu berücksichtigen, daß die 1976er Gewinne mit einem überproportional höheren Umsatz erwirtschaftet wurden und mit einer erhöhten Kapitalbindung in Sachanlagen.

Bruttogewinne der Großchemie in Millionen Mark

1974 1975 1976