Der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift Kursbuch ist ein Prospekt des "Wohlthat’schen Buchhandels" in Berlin beigefügt worden. Er enthält ein Angebot, das sehr geschickt für den speziellen Leserkreis der Zeitschrift, die linken Intellektuellen, zusammengestellt wurde. Emanzipationsliteratur findet man dort ebenso wie die Taschenbuchkassetten von Brechts und Tucholskys Werken, Klassiker der Weltliteratur ebenso wie Bücher gegen Kernkraftwerke und Berufsverbote.

Mit besonderem Interesse werden vor allem Studenten die acht Seiten "Sonderangebote – verlagsneue Bücher aus Rest- und Sonderauflagen" studieren, zumal ihnen in einer Vorbemerkung ganz besondere Preiswürdigkeit suggeriert wird. Auf eine systematische Aufzählung, so heißt es dort, sei verzichtet worden, weil "wir für eine schöne ordentliche Auflistung nach etwaigen Sachgebieten unserem freien Mitarbeiter Dr. phil. Meisenkaiser für die Tätigkeit soviel Honorar (hätten) zahlen müssen, daß alle Bücher im Schnitt um etwa 8 Mark teurer geworden wären". Wie diese Rechnung zustande gekommen ist, wird wohl das Geheimnis der Buchhandlung bleiben.

Kein Geheimnis aber sollte bleiben, daß hier mit unlauteren Methoden gearbeitet wird. Neben echtem Ramsch werden nämlich Taschenbücher angepriesen – etwa: "Statt DM 32,– (Originalausgabe) nur DM 7,80" –, die in jedem anderen Buchladen zum selben, weil gebundenen Preis zu haben sind. Für wie dumm darf man Linke eigentlich halten? hd