In Savoyen, unweit der Trois Vallées, gibt es ein bisher von nur wenigen Skifahrern entdecktes Wintersportgebiet: Valmorel, eine mittlere Bergstation in der Höhe von etwa 1300 Meter, die in ihrem ersten Bauabschnitt in der erstaunlichen Zeit von nur einem halben Jahr fertiggestellt wurde. Noch im Juni 1976 konnte der Spaziergänger an der Stelle, wo jetzt ein Hotel und einige Chalets stehen, lediglich drei Scheunen und ein paar Kühe entdecken.

In seiner ersten Saison, die Valmorel im Dezember eröffnete, konnte die neue Skistation bereits mit 400 Betten und 15 Lifts aufwarten. Die Anlagen erschließen dem Skifahrer bislang 35 Kilometer Piste der verschiedensten Schwierigkeitsgrade (blau, rot, schwarz) bis zu einer Höhe von etwa 2000 Meter. Bis 1978 wird das Abfahrtenangebot bis auf 2800 Höhenmeter reichen. Überhaupt täuscht die Ruhe und Beschaulichkeit, die Valmorel bis jetzt noch ausstrahlt; denn was bisher errichtet wurde, ist nur ein kleiner Teil von dem, was man insgesamt in Valmorel plant. So soll die Bettenkapazität bis 1983 von 400 auf 7000 bis 8000 erhöht werden, und dazu werden noch einige Hotels Und Chalets gebaut werden müssen. Um die Unpersönlichkeit und Kühle der "typischen" französischen Skistationen zu vermeiden, will man jedoch in Valmorel an Stelle von Beton und Stahlbauten kleinen dreistöckigen Chalets aus "Naturstein und viel Holz" den Vorzug geben. Architekt der Anlage ist derselbe, der auch La Plagne entwarf.

Die Station ist nicht gedacht für Vergnügungshungrige Gäste, sondern viel mehr für sportliche und ruheliebende Familien oder Pärchen. Dementsprechend präsentiert sich auch Valmorels Nachtleben. Es gibt bislang nur eine Diskothek, die nur am Wochenende geöffnet hat. Wer "nightlife satt" will, der muß etwa eine Stunde Autofahrt in Kauf nehmen und nach Courchevel fahren.

Und so erreicht man die neue Skistation mit dem Wagen: Zuerst nach Basel, dann über Genf in Richtung Moutiers und etwa fünf Kilometer vor Moutiers, in Aigueblanche, geht es dann nach der Beschilderung Avancher–Valmorel. Der Weg führt vorbei an Weinbergen und kleinen Bergdörfern. Das letzte Stück ist holperig und schlecht. Doch im nächsten Jahr soll das besser werden.

Wer Valmorel noch quasi in den Babyschuhen erleben will, für den gibt es zur jetzt auslaufenden Saison noch den Einführungspreis: Eine Woche Halbpension im Hotel "La Fontaine" beispielsweise kostet ab 325 Mark. (Für das Liftabonnement muß man etwa 70 Mark rechnen).

Auskünfte: Französisches Verkehrsbüro, Kaiserstraße 12, 6000 Frankfurt, Telephon (06 11) 75 20 29. D. H. / G. F.