Das Beispiel der Vereinigten Staaten liefen schon den ersten Anhaltepunkt dafür, wo man ansetzen kann, um Energie einzusparen. Es ist nicht einsehbar, wieso es in der Bundesrepublik nicht möglich ist, wie in den USA eine Tempobegrenzung bei einer Geschwindigkeit von etwa 90 km/h festzusetzen, wodurch ein optimales Verhältnis von Kraftstoffverbrauch zu Kilometerleistung sichergestellt wäre.

Überhaupt scheint auf dem Gebiete des Personenverkehrs sehr viel weniger Energie notwendig zu sein, um die heutige Transportleistung zu erbringen, als heute verbraucht wird. Fahrten zur Arbeitsstelle wie Fernreisen müssen ja nicht unbedingt mit dem eigenen Pkw vorgenommen werden. Freilich müßten dann die Bundesbahn und die Träger des öffentlichen Nahverkehrs ein hinreichendes, attraktives Fahrplanangebot schaffen, das viele veranlaßte, auf das eigene Auto zu verzichten und damit zur Einschränkung der Vergeudung des Primärenergieträgers "Öl" beizutragen.

Vergeudet wird buchstäblich Energie auch bei der Heizung, die den Löwenanteil des deutschen Energieverbrauches ausmacht. Schon durch Herabsetzung der Zimmertemperatur um nur ein Grad und durch Änderung obskurer Heizgewohnheiteri – wie etwa Temperaturregelung durch Öffnen der Fenster –, aber auch durch verbesserte Wärmeisolation der Häuser und Nutzung der Kraftwerksabwärme und der Sonnenstrahlung ließe sich sicherlich ein erheblicher Minderverbrauch an Heizmaterial und Strom erreichen.

Doch nicht nur hier kann der einzelne Energie einsparen. Nutzlose Hausgeräte – den Farbfernseher will ich ja gar nicht erst angreifen – wie elektrische Dosenöffner, verbrauchen in Herstellung und Betrieb Energie, die anderswo sinnvoller eingesetzt werden kann. Vielleicht mag die Herstellung von Wegwerfartikeln kurzfristig kostengünstiger sein, aber es ist vorstellbar, daß die Energieeinsparung durch die Produktion weniger, dafür aber wiederzuverwendender Flaschen beträchtlich wäre – vom Nebeneffekt des Verschwindens der Altflaschen aus Straßen und Parks einmal abgesehen.

Gisbert Fanselow, 17 Jahre

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Einer Veröffentlichung des Bundesinnenministeriums zufolge werden knapp 10 Prozent der gesamten Energieproduktion tatsächlich genutzt, der Rest wird irgendwie verpulvert. Dies bedeutet zunächst, daß es offensichtlich möglich sein muß, ein hohes Maß an Energie einzusparen, zum anderen wird ersichtlich, daß eventuelle Sparmaßnahmen nicht gleich mit einer Einschränkung des Lebensstandards und des Romforts verbunden sind.