Als Bundesfinanzminister Hans Apel seinen ersten Kommentar vor den Kameras abgab, war ihm die diebische Freude anzumerken, den Spekulanten ein Schnippchen geschlagen zu haben. Auch der Bundesverband deutscher Banken zeigte sich befriedigt, daß die Abwertung der Schwedenkrone um sechs Prozent und die der norwegischen und dänischen Währung um jeweils drei Prozent "geräuschlos" über die Bühne gegangen war.

Was die deutsche Wirtschaft kaum tangiert – die drei Königreiche nehmen nur 7,5 Prozent der deutschen Exporte ab – könnte sich nach allerhöchster deutscher Meinung für die Skandinavier selbst bald als ein Schlag ins Wasser erweisen: "Die Abwertung bringt nichts ein", erklärte Bundeskanzler Helmut Schmidt schlankweg auf dem europäischen Sozialistentreffen in Oslo. Die Abwertung werde die Importe verteuern, daraufhin würden die Lebenshaltungskosten steigen, was neue Lohnforderungen nach sich ziehe und die Preisspirale in Schwung halte. Punktum. Die Schweden nahmen es zur Kenntnis.

Während die Europäer in Oslo uneinig darüber schieden, ob zur Wiedererlangung der Vollbeschäftigung eher noch ein bißchen mehr Inflation oder eine harte Stabilitätspolitik vonnöten sei, waren sich die Industrieländer auf der Genfer Nord-Süd-Konferenz im Grunde einig: Gemeinsame Fonds zur Stabilisierung der Preise für mindestens zehn wichtige Rohstoffe sollte es nach EG-Vereinbarung schon geben. Lediglich die USA, Kanada, Australien und Japan pokern noch um die Modalitäten.

Die Länder der Dritten Welt werteten die jetzt Zu Ende gegangenen vierwöchigen Verhandlungen als einen "völligen und vollendeten Fehlschlag". Die Entwicklungsländer sind vor allem darüber erbittert, daß nicht einmal eine Grundsatzentscheidung zur Schaffung des gemeinsamen Fonds getroffen wurde. Die westlichen Industrieländer äußerten hingegen gedämpften Optimismus. Der Dialog zwischen Nord und Süd soll Ende Mai in Paris fortgesetzt werden. ot