Kleinlichkeit, die sich im Fernsprechverkehr der Postbeamten kaum bezahlt macht, würde sich in einem anderen Bereich des öffentlichen Dienstes weit eher auszahlen, wie inzwischen der Präsident des Bundesrechnungshofes, Hans Schäfer, wissen ließ. Schäfer beschäftigte sich mit der gleitenden Arbeitszeit im Staatsapparat. Er untersuchte, ob ein Zeiterfassungssystem erforderlich sei, um die Einhaltung des Acht-Stunden-Tags kontrollieren zu können. Bisher schreiben die Staatsdiener ihr gleitendes Kommen und Gehen nämlich selbst auf – und das sicher nicht zu ihren Ungunsten.

Schäfer hält das unter besonderen Voraussetzungen zwar durchaus für praktikabel, plädiert aber zugleich für eine mechanische, elektrische oder elektronische Zeiterfassung, wie sie von der "Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung" vorgeschlagen wurde. Die Einführung von Kontrollgeräten ist allerdings nicht ganz billig.

Schäfer schätzt die erforderlichen Investitionen auf 15 bis 130 Mark pro Mitarbeiter, je nach System. Bei rund 3,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst würde die Zeitkontrolle im günstigsten Fall immerhin rund 50 Millionen Mark kosten. Der Aufwand würde sich allerdings lohnen. Das Selbstaufschreiben der gleitenden Dienstzeit hat nämlich zu einer beachtlichen Arbeitszeitverkürzung geführt.

Staatssekretär Karl Otto Pöhl wird sein neues Amt als Vizepräsident der Deutschen Bundesbank (siehe Seite 20) nach einem Kurzurlaub am 1. Juni 1977 antreten. Sein Nachfolger im Bundesfinanzministerium soll Peter Lahnstein werden, der als Ministerialdirektor im Bundesfinanzministerium tätig ist. Lahnstein war längere Zeit in Brüssel bei der Europäischen Kommission und folgt in Bonn schon seit Jahren Pöhls Spuren: zunächst im Bundeskanzleramt, später im Bundesfinanzministerium.

Wolf gang Hoffmann