Mittelmäßig

„Zwei außer Rand und Band“ von E. B. Clucher. Das italienische Erfolgsduo Terence Hill und Bild Spencer hat sich weise Selbstbeschränkung auferlegt: Mehr als einen Film pro Jahr möchten die beiden nicht gemeinsam drehen. Das Publikumsinteresse ist nach nun gar anderthalbjähriger Pause denn auch wieder groß. Doch mehr als einige schwungvolle Prügeleien, die mit mathematischem Kalkül in eine völlig einfallslose Handlung eingestreut sind, hat ihr jüngstes Werk nicht zu bieten. Als Polizisten wider Willen erledigen die beiden eher zufällig eine Bande von Drogenhändlern. Regisseur Clucher („Vier Fäuste für ein Hallelujah“) verläßt sich allein auf den Appeal seiner zwei Muskelprotze und kramt lustlos in verstaubten Gags aus vergangenen Jahrzehnten. Bodo Fründt

„Das Mädchen am Ende der Straße“ von Nicolas Gessner hätte, wie der Roman von Laird Koenig, ein phantasievoll verschlüsseltes Pubertätsmärchen um Abwehr (der Außenwelt, des besitzergreifenden Anspruchs der Erwachsenen) und Verdrängung (der Mutterbeziehung, der „Leiche im Keller“) werden können. Gessners Ver-Filmung, unentschlossen zwischen romantischem Horror, mysteriösem Psychothriller und aufgesetztem Sozial-Kommentar schwankend, macht daraus ein freudianisch-verquasseltes Verwirrspiel. Vom bösen Charme des Originals vermittelt Jodie Foster als dreizehnjährige Frühreife auf der Schwelle zwischen naiver Unschuld und erwachender Sexualität immerhin einen Hauch. Gessner beutet in dieser französisch-kanadischen Ko-Produktion die Attraktion dieses Kinderstars („Taxidriver“, „Bugsy Malone“) derart rigoros aus, daß die subtile Ironie der Vorlage zum Gag gerinnt. Sämtliche anderen Darsteller haben allenfalls Gelegenheit, sich am Haus am Ende der Straße, wechselweise die Klinke in die Hand zu drücken: Die Eindringlinge aus der Erwachsenen weit sind zu steifen Statisten eines steifen Melodrams geworden.

Helmut W. Banz

„Das Spielzeug“ von Francis Veber. In dieser Geschichte vom Journalisten (Pierre Richard), der vom elfjährigen Sohn seines superreichen Chefs als „Spielzeug“ reklamiert wird, versucht der Drehbuchautor von Georges Lauther, Edouard Molinaro („Die Filzlaus“) und Yves Robert („Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“), Burleske und Fabel, Komik und Aggressivität zu verbinden. „Das eigentliche Thema des Films ist der Kampf des Schwachen gegen den Starken. Um ernste Dinge zu sagen“, so Veber, „muß man sie hinter einem Lächeln verstecken.“ Doch auch Pierre Richards sensible Darstellung versteckt nur ungenügend die dünnen Gags und die inszenatorischen Schwächen von Vebers Regie-Debut: Das Lächeln wird zur gequälten Grimasse. Seinen ernsten Kern hat Veber derart dilettantisch eingewickelt, daß einem beim Auspacken mit dem Lachen auch die Lust auf den Inhalt vergeht.

H. W. B.

Empfehlenswerte Filme

„Rocky“ von John G. Avildsen. „Der letzte Tycoon“ von Elia Kazan. „Lagado“ von Werner Nekes. „Schwarzer Engel“ von Brian de Palma. „Mahler“ von Ken Russell. „The Stranger“ von Orson Welles.