DIE ZEIT

Ein Märtyrer für das Recht

Die beiden Toten, die drei Stunden lang auf offener Straße in Karlsruhe lagen, haben vielen von uns über den Zorn und die Trauer hinaus ein halbvergessenes Wissen ins Gedächtnis gerufen: Die Bundesrepublik lebt nun schon beinahe ein Jahrzehnt lang mit dem Terror.

Carters Atomkrieg

Gegensätzliche deutsche und amerikanische Interessen in der zivilen Nuklearpolitik und beim Export von Kernkraftanlagen, dem heikelsten Streitobjekt zwischen Bonn und Washington, sind in der Osterwoche voll aufeinandergeprallt.

Das Konto im Ausland

Die Frau des israelischen Premierministers hat mit der Cäsars eines gemein: Sie muß auch über den Schatten eines Zweifels erhaben sein.

Letzte Hürde

Alle wurden überrascht, selbst die Kommunisten. Die Legalisierung der spanischen KP schlug wie ein Blitz im österlich stillen Spanien ein.

Mäzen Lenin

Daß Lenin einen Rolls-Royce fuhr, ist bekannt. Daß er den Grundstein zu einer der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt legte, wußte kaum einer.

Ostblock und Afrika: Getrennt marschieren, vereint schlagen

Wochenlang sah es so aus, als müßten sie sich auf ihren afrikanischen Rundreisen irgendwo treffen, der quirlige, spontane und von den Afrikanern begeistert gefeierte Fidel Castro und der nüchterne, etwas griesgrämig wirkende und eher respektvoll begrüßte Nikolai Podgorny.

Worte der Woche

"Wir ehren sein Andenken am besten, wenn wir gerade im Hinblick auf seinen Tod uns fest an die dauernden Grundsätze des Rechtes halten, für die er mit seiner Arbeit und seinem Leben eingetreten ist.

USA–Afrika: Washington zögert noch

Aus dem State Department in Washington drang zu Anfang der Woche wieder Ärger über Carters UN-Botschafter Andrew Young an die Öffentlichkeit.

Zeitspiegel

Die Berliner CDU, die ebensowenig personelle Alternativen zu bieten hat wie die SPD, versucht jetzt, auf administrativem Wege Chancengleichheit für die Abgeordnetenhauswahlen im Frühjahr 1979 herzustellen.

Max Güde:: Fast ein antiker Mensch

In der noch scheinbar heilen Welt der fünfziger Jahre, in deren zweiter Hälfte ich selbst das Amt des Generalbundesanwalts innehatte, wäre eine Mordtat, wie sie jetzt an Generalbundesanwalt Siegfried Buback verübt wurde, völlig unvorstellbar gewesen.

Wandel in Washingtons Haltung: Manifest wider die Plutonium-Wirtschaft

Schon im vorigen Herbst, als er noch die Wahltrommel rührte, rüstete Jimmy Carter zum Kampf gegen die Plutonium-Wirtschaft. In San Diego verkündete der ehemalige Atomingenieur, daß er als Präsident die kommerzielle Wiederaufbereitung von abgebrannten Kernbrennstäben so lange blockieren würde, bis ihre "Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit eindeutig demonstriert worden sind".

Zwangsadoptionen in der DDR: Bonn darf nicht aufgeben

Die Teilung Deutschlands hat nicht nur ein Land geteilt, sie zerreißt auch immer wieder ungezählte Familien. Das Schicksal der deutschen Nation manifestiert sich seit mehr als drei Jahrzehnten in persönlichen Schicksalen.

BONNER BÜHNE: Stunde der Erbsenzähler

Streß ist auch in Bonn ein überaus geläufiges Wort. Viele Politiker, ob im Parlament oder in Regierungsämtern, zählen jetzt nahezu nostalgisch die letzten Tage der Osterpause im Gedanken daran, was sie von der kommenden Woche an wieder erwartet.

Spaniens KP lobt die Madrider Regierung

Die spanischen Kommunisten hatten ihre Zulassung bereits am 11. Februar beantragt. Die Regierung hatte das Gesuch an den Obersten Gerichtshof weitergeleitet, der sich aber für unzuständig erklärte und den "roten Peter" an das Kabinett zurückgab.

Wolf gang Ebert: Verwicklungshilfe

Beim frühmorgendlichen Trimm-dich-Kopfstand schoß Präsident Carter der kühne Gedanke durch den Kopf, an Nicaragua – wie vom State Department vorgeschlagen – ein Exempel zu statuieren und die militärische Entwicklungshilfe solange zu suspendieren, bis die Menschenrechte dort nicht mehr mit Füßen getreten werden.

Charta 77: Kein Prager Frühling in Sicht

Die tschechoslowakische Bürgerrechtsbewegung "Charta 77" war zunächst nur schwer ideologisch angreifbar. Die Forderung nach Menschlichkeit stimmt wenigstens mit der kommunistischen Theorie überein, wenn auch nirgendwo mit der Wirklichkeit.

München: "Kobs" und Penner

Wenn Polizeihauptmeister Franz Amort, 49 Jahre alt, frühmorgens vor dem Fischbrunnen auf dem Münchener Marienplatz erscheint, dann packen die dort nachts lagernden Penner eilig die Wermutflaschen ein und verschwinden.

Zeitliches aus Grohnde: Osterspaziergang

Es war schön an der Weser zu Ostern. Die Kinder an der Hand und Goethes Faust im Sinn zog nach dem späten Sonntagsfrühstück mancher Familienvater in die weite Senke bei Grohnde, zu sehen, ob es dort nicht etwas zu erleben gäbe.

Nord LB

Im Umkreis von Hannovers Stadtsparkasse war Unmögliches möglich. Der Knacks des Kröpcke-Centers ist ein Beispiel. Gestützt wird die Bilanz des in Verlustgeschäfte geratenen kommunalen Kreditinstituts von der Norddeutschen Landesbank in Hannover.

Standhaft oder nur starrsinnig?

Gegner und Befürworter der Atomenergie kämpfen mit fast religiösem Eifer für ihre – wie beide meinen – gute Sache, sind inzwischen so auf ihre jeweiligen Positionen fixiert, daß ein vernünftiges Abwägen der Risiken und Chancen sowie eine nüchterne Suche nach gangbaren Auswegen kaum noch möglich erscheint.

Drohen mit dem großen Hammer

Die Kollegen werden sich wundern, wenn in der ersten Lohntüte des Monats Mai der gewohnte Zuwachs ausbleibt", meinte ein Funktionär der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden mit leichter Resignation nach dem Scheitern der Mannheimer Schlichtungsverhandlungen.

Verwaltung: Sündenbock Computer

Der Mensch – eine Nummer. Diese Vision im Stile von George Orwell’s Buch "1984" ist im Zeitalter der Computer in vielen Bereichen längst eine Realität – und nicht so schrecklich, wie Kulturkritiker uns weismachen wollten und wollen.

Bonner Kulisse

Wenn alle Projekte, die Bonn mit seinem neuen 16-Millionen-Mark-Investitions-Programm fördern will, so aussieht wie das an der Kieler Außenförde, dürfte der mit dem Programm erwartete Konjunkturboom nicht sehr nachhaltig werden.

Hans-Hagen Bremer aus Brüssel: Planen für die Planer

Als die Regierungschefs der Europäischen Gemeinschaft vor einem Jahr den Vorschlag des britischen Premierministers annahmen, Roy Jenkins zum Präsidenten der Brüsseler EG-Kommission zu machen, hatten sie auch noch eine zweite Anregung Callaghans wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Kreditkarten: Ohne Geld um die Welt

Mit ihrer Kritik waren deutsche Bankiers nicht zimperlich. "Es wäre sicherlich nicht richtig, das ausländische Kreditkartensystem bei uns zu übernehmen, nur weil diese Karten aufgrund des Wettbewerbsdrucks in ihren Ländern versuchen, sich nach Europa auszudehnen", warnte Ulrich Weiß, Direktor der Deutschen Bank.

Kunstmarkt: "zehn neun" am Ende

Ende vergangenen Monats brachte die Post mehreren hundert Bundesbürgern ein Sonderangebot besonderer Art ins Haus. Auf zwei dicht beschriebenen DIN-A 4-Seiten wurden ihnen 157 Graphiken und Objekte mehrerer bekannter Künstler der jüngeren und mittleren Generation – darunter K.

Frankreich: Wer ist am sozialsten?

Seit Anfang Februar liegt der Pariser Nationalversammlung ein Gesetzentwurf vor, der heiße Diskussionen verspricht. Französische Unternehmen mit mehr als 750 Mitarbeitern sollen dazu verpflichtet werden, in einer Sozialbilanz alle Leistungen zugunsten ihrer Angestellten und Arbeiter zusammenzustellen.

Textilimporte: Angst um das eigene Hemd...

Im Ausschuß der ständigen Vertreter der Mitgliedsstaaten bei der Europäischen Gemeinschaft, jenem Brüsseler Diplomatenzirkel, in dem die Tagungen des EG-Ministerrats vorbereitet werden, fielen harte Worte.

Gentlemen unter sich

Das britische Gesellschaftsspiel der Selbstverspottung geht Premierminister James Callaghan inzwischen zu weit. "Wir können uns nicht länger erlauben, uns selbst herabzusetzen, denn wir kämpfen ums Überleben", donnerte der Premier, nachdem er von einer Amerikareise heimgekehrt war.

Presse: Im Griff des Diktators?

Es begann – wie so manches teure Abenteuer – bei Maxim’s. An einem trüben Novembertag setzen sich in dem Pariser Nobelrestaurant Frankreichs Außenminister Maurice Schumann, Churchills Schwiegersohn Christopher Soames und Euratom-Präsident Louis Armand gemeinsam mit den Botschaftern Italiens und Englands an einen Mittagstisch.

Butterfahrten: Steifer Wind von vorn

Immer mehr Einzelhändler an deutschen Küsten sahen in den vergangenen Jahren ihre Felle, sprich Kunden, wegschwimmen: Fast drei Millionen Bundesbürger, versorgten sich 1976 auf Ausflugsschiffen zollfrei mit Wurst und Käse, Parfüm und Champagner, Schnaps und Zigaretten.

"Bösartige Europäer"

Abe: Das hat zwei Gründe. Zum einen liegt das an den günstigeren Produktionskosten in Japan durch weitgehende Rationalisierung.

Manager und Märkte

Das Gruner+Jahr-Objekt Geo, "Das neue Bild der Erde, Ein Magazin vom Stern", erweist sich als überaus attraktiv – sehr zum Mißfallen der Deutschen Lufthansa.

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