Viele Autofahrer meiden den Autoreisezug, weil sie ihn für zu teuer halten. Sie haben recht, wenn sie die Preise von Bahn- und Autokilometer vergleichen. Jedoch übersehen sie dabei einige Vorteile, die diese Kombination zweier Verkehrsmittel mit sich bringt.

Auf keinem anderen Gebiet weiß die Bundesbahn so genau Bescheid über das Verhalten und die Bedürfnisse ihrer Kunden wie im Bereich der Autoreisezüge. Zum Beispiel weiß sie, daß deutsche Autofahrer ihr Auto nicht, wie das in Frankreich üblich ist, in einem anderen Zug befördern lassen mögen als in dem von ihnen selbst benutzten, und daß sie sich überhaupt nur ungern von ihrem Auto trennen und mehr in ihm sehen als nur einen Gebrauchsgegenstand.

Die Franzosen sind wohl auch in diesem Punkt die besseren Lebenskünstler. – Denn jenseits des Rheins sind die Autoreisezüge, obwohl sie dort auch nicht billiger sind, mehr gefragt als hierzulande. Die germanische Lust am Lenker wird allenfalls gebremst durch die Angst vor den fremden Verkehrsverhältnissen. Ein Teil der Autoreisezug-Benutzer geht deshalb beim Auslandsurlaub erst kurz vor der Grenze auf die Schiene über, etwa in Karlsruhe, Saarbrücken oder München.

Am stärksten gefragt von allen Auslandsverbindungen ist jedenfalls der Zug nach Villach, für den Urlaub in Südosteuropa. Ähnlich beliebt ist die Südweststrecke nach Narbonne für Spanienreisende. Den größten Ertrag hat die Bundesbahn allerdings von den ganzjährig betriebenen Inlandstrecken

  • Hamburg–München ("Auto-Traum-Expreß", Nachtfahrt, 830 km, Preis für 2 Personen, Liegewagen, hin und zurück: 608 Mark),
  • Köln–München ("Christoforus-Expreß", Tagesfahrt, 644 km, 2 Personen, Liegewagen, hin und zurück, Saisonpreis: 420 Mark/370 Mark),
  • Hamburg–Lörrach ("Hochrhein-Auto-Expreß", Nachtfahrt, 879 km, 2 Personen, Liegewagen, hin und zurück, 598 Mark).

Vergleicht man die Betriebskosten des Autos mit den Fahrpreisen der Autoreisezüge, so zieht die Bahn in den meisten Fällen den kürzeren. Denn beim VW Passat zum Beispiel betragen die Betriebskosten (Benzin, Öl, Reifen, Wertminderung) laut ADAC-Tabelle 21,4 Pfennig pro Kilometer. Auf der Autoreisezug-Strecke Hamburg–München jedoch kommen auf einen Kilometer 35 Pfennig. (Inklusive Auto-Transport und Fahrt im Liegewagen für zwei Personen).

Günstiger sieht die Rechnung für den Mercedes-Fahrer aus, denn der muß an Betriebskosten (280 SE), 34,88 Pfennig aufwenden, Das deckt sich also ziemlich genau mit dem Bahnfahrpreis.