Daß Lenin einen Rolls-Royce fuhr, ist bekannt. Daß er den Grundstein zu einer der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt legte, wußte kaum einer. Der immense Reichtum des amerikanischen Industriellen Armand Hammer hat seinen Ursprung in zwei Konzessionen (für Asbest-Gewinnung und für Export-Import-Geschäfte), die Lenin 1921 dem 23jährigen Amerikaner "schenkte"; aus Dankbarkeit – der hatte in den Jahren der grauenvollen Hungersnot Millionen Tonnen Weizen und andere Nahrungsmittel aus Amerika herangeschafft.

Hammer wurde bald ein enger Freund Lenihs. Jahre hindurch residierte er fürstlich in einem Moskauer Palais voller kostbarster Antiquitäten, Sévres-Porzellane und Gemälde aus dem Bestand verarmter Aristokraten. Seine Konzession ermöglichte ihm auch den "Export" dieser Erlesenheiten. So baute er in wenigen Jahren neben einem Industrie-Imperium (eine einzige seiner Firmen hat eine Jahresbilanz von über 5 Milliarden Dollar) eine der bedeutendsten privaten Gemäldesammlungen der Welt auf. Sie ist jetzt in Paris zu sehen – von Rembrandt, Leonardo und Rubens über Goya, Renoir und van Gogh bis zu Picasso.

Einst standen in zerfetzten Lumpen hungernde Russen nach Armand Hammers Brot an – jetzt steht in schicken Pelzen tout Paris in langen Schlangen vor dem Musée Jaquemart-André am eleganten Boulevard Haussmann. F. J. R.