Der besondere Wert dieser Studie, die sich auf alle im Westen erreichbare China-Literatur und auf eigene Erfahrungen auf einer China-Reise stützen kann, besteht in einer sonst nicht üblichen Kombination von nüchternen wirtschaftlichen Erwägungen und Berichten mit der Analyse politischer und ideologischer Aspekte des neuen China. Neben den Arbeiten anerkannter Kenner der China-Ideologie – wie Stewart S. Schram und Tileman Grimm – kann sich diese Arbeit von zwei Volkswirten getrost sehen lassen. Sie bietet eine wertvolle Ergänzung unserer Kenntnis und unseres Urteils über das neue China und sein eigenständiges Entwicklungsmodell. Wird es möglich sein, auf die Dauer Basisdemokratie und solidarische Verhaltensmuster an die Stelle von Bürokratismus und Konkurrenzbeziehungen der Menschen zu setzen? Mit dieser offenen Frage entlassen die Verfasser den Leser, wobei sie ihre nüchterne Sympathie mit ihrem Forschungsgegenstand so wenig verbergen wie ihre Vorliebe für die pragmatisch "gemäßigten Maoisten".

Das Fazit des Buches lautet: der Volksrepublik China ist es gelungen, den Hunger zu bannen; das Bildungsniveau der Bevölkerung wurde erheblich angehoben; die ärztliche Versorgung ist – dank der Barfüßerärzte – für ein Entwicklungsland ausgezeichnet. Selbst die Bevölkerungspolitik scheint erfolgreich zu sein. Mit all diesen Zügen hat sich China mit Abstand an die Spitze der Länder gestellt, die ein Industrialisierungsdefizit aufweisen.