Mag man dieses Buch um solcher Porträts und Exkurse willen lesen, so darf nicht vergessen werden, daß im Mittelpunkt die Frage steht, wie Mythen und Metaphern Macht über die Geister erringen, und warum Wörter und Bilder nicht nur Überbau über Interessen sind. Gewiß, ein wenig atemraubend ist das Hin und Her zwischen Plato und Popper, Morus und Marx, Bruno und Burke. Doch unter dem dichten Geflecht der Beziehungen spüren wir die Suche nach dem "hohen mittleren Grund" zwischen blindem Fanatismus und faulem Kompromiß.

Seit Melvin Lasky, 26jährig, die Zeitschrift "Der Monat" in Berlin gründete, hat er Weltgeschichte als engagierter Beobachter und Publizist erlebt. Hier ist er ein Historiker, wie er nicht ohne diese Teilnahme, aber auch nicht ohne den "Schritt zurück" denkbar wäre. Wer den ersten Abschnitt. "Der grüne Stab und die Bruderschaft der Ameisen" gelesen hat, weiß jedenfalls, daß dieser "Wälzer" ein ungemeines Lesevergnügen bietet.