Selbst renommierte Unternehmen sind vor Fehlschlägen am Markt nicht gefeit

Von Gunhild Freese

Das Ende kam schneller als erwartet. Leute, das neueste Zeitschriftenobjekt des Hamburger Verlagshauses Gruner + Jahr, stellte letzte Woche – mit Nummer 12 – sein Erscheinen ein. Grund: Erfolglosigkeit. Das neue Wochenmagazin, am 31. Januar mit der ungewöhnlich hohen Auflage von 600 000 Exemplaren gestartet, konnte die ebenso hohen Erwartungen des Hauses nicht erfüllen. Zuletzt, so kolportiert die Zeitschriftenbranche, wurden gerade noch 40 000 Hefte verkauft.

Branchenkenner und Marketingexperten freilich haben den frühen Tod schon früh gesehen. Ein Marketingmann: "Das Produkt war schlecht, es gab kein echtes Verbraucherbedürfnis, die Werbung, war falsch." Fazit: Ein Flop – wie in der Markenartikelindustrie ein wirtschaftlicher Mißerfolg bezeichnet wird.

Flops aber, so befand die Lebensmittelzeitung, "schaden dem Image". Markenartikelunternehmen – auch ein Zeitschriftenverlag bietet seinen Lesern eine besondere "Marke" an –, die nur Versager in den Markt schicken, verderben es mit dem Einzel- beziehungsweise Zeitschriftenhandel und schließlich auch mit dem Konsumenten, der für sein gutes Geld auch gute Ware kaufen will.

Wenn neue Produkte zielsicher und in vernünftigen Abständen auf den Markt gebracht würden, so sieht es Hans-Jürgen Klußmann, Vorstandsmitglied des Einzelhandelsgiganten Edeka, stärke dies beträchtlich das Image bei Handel und Verbraucher. Doch er warnt: "Das gilt nur, wenn der Hersteller für eine hohe Erfolgsquote bekannt ist." Die Zahl der Flops sei noch immer sehr groß.

Um sich vor dem Reinfall und damit dem Verlust von Geld und gutem Ruf zu bewahren, hat die Markenartikelindustrie eine Reihe von Instrumenten entwickelt.