Wer sind sie – die Generale und Admirale der Bundeswehr? Es gibt 209: 133 Brigadegenerale (ein Stern) und Flottillenadmirale, 52 Generalmajore (zwei Sterne) und Konteradmirale, 22 Generalleutnants (drei Sterne) und Vizeadmirale und zwei Generale mit vier Sternen. Einige davon sorgen mit schöner Regelmäßigkeit für negative Schlagzeilen. Wie typisch sind sie für den Rest unserer Generalität?

Nina Grunenberg – Autorin der Serie "Vier Tage mit dem Bundeskanzler" – hat sich zwei Monate lang in der Bundeswehr umgesehen: bei den Gebirgsjägern in Garmisch-Partenkirchen und bei der 11. Panzergrenadierdivision in Oldenburg, beim Richthofengeschwader im Einödstandort Wittmund, bei den Jagdbombern in Lechfeld und bei den Raketenspezialisten in Geilenkirchen. Sie war bei den Kommandierenden Generalen des II. und III. Korps und beim Flottenkommando in Glücksburg, auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr, im Verteidigungsministerium auf der Bonner Hardthöhe und in Brüssel bei der Nato. Sie lernte Generale und Admirale aller Besoldungsgruppen und Verwendungsarten kennen – einundzwanzig insgesamt, zehn Prozent der Generalität, im Dienst und in ihrem Privatleben.

In einer ZEIT-Serie, die nächste Woche beginnt, versucht Nina Grunenberg eine Antwort auf die Frage: Wer sind die Männer mit den goldenen Sternen?

Wieviel Stunden arbeitet ein General? Zuviel, um noch über Grundsatzfragen nachdenken zu können, meinte einer. Ein Divisionskommandeur trägt die Verantwortung für 17 000 bis 18 000 Mann. Wenn er Kontakt zu seinen Soldaten halten will, kommt er mit sechzig bis siebzig Stunden die Woche nur knapp aus. Wer nur vom Schreibtisch aus führt, kann sich das Leben angenehmer machen.

Welche Privilegien hat ein General? Reitpferd und Bursche gibt es nicht mehr. Ein General hat. einen Mercedes 200 Diesel, olivgrün, mit Fahrer und Stander. Samstags geht er selber zum Supermarkt einkaufen.

Wie wird man General? "Mit Herz, Gesinnung und Know-how", meinte einer. Die wenigsten stammen noch aus Offiziersfamilien. Abitur haben fast alle. Promoviert sind 37. Die Hauptsache sind Leistung, Fleiß, ein wenig Profilierungskunst – und Glück im entscheidenden Moment.

Wie bleibt man General? Brigadegenerale ohne Perspektive laufen Gefahr, schon vor dem 60. Lebensjahr pensioniert zu werden. Ein General, der sich die Finger an der Politik verbrennt wie Werner Krupinski, riskiert die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand. Manche halten sich deshalb an die bewährte Offiziersdevise: "Nur nicht auffallen." Für die Spitzenjobs reicht das nicht. Karrieren mit Kämpfen, aber ohne Kurven sind auch bei der Bundeswehr die angesehensten.