Nach Veröffentlichung des 1976er Abschlusses des holländischen Philips-Konzerns ist der Kurs der Philips-Aktie unter ungewöhnlich hohen Umsätzen um rund zehn Prozent gestiegen. Mit knapp 29 Mark für eine Zehn-Gulden-Aktie liegt er aber immer noch um rund fünf Mark unter seinem vorjährigen Höchstkurs. Seinen tiefsten Stand im vergangenen Jahrzehnt erreichte er 1974, als er bis 18,80 Mark zurückfiel.

Damals wurde deutlich, daß das Jahr 1975 für Philips zu einem "Katastrophen-Jahr" werden würde. Der Reingewinn in Prozent vom Eigenkapital ging auf den ungewöhnlich niedrigen Stand von 3,9 Prozent zurück. 1976 erhöhte er sich wieder auf 5,6 Prozent, Das ist aber immer noch das drittschlechteste Ergebnis des letzten Jahrzehnts.

Es ist also verständlich, wenn für Philips-Vorstandsmitglied A. E. Pannenborg die Höhe der Erträge nicht das vom Vorstand als notwendig angesehene Niveau erreicht haben. Immerhin hat es 1976 eine deutliche Verbesserung gegeben, was sich auch in der von 1,4 auf 2,2 Prozent erholten Umsatzrendite ausdrückt.

1977 soll es mit dem Gewinnanstieg weitergehen. Es wird eine Umsatzausweitung von acht Prozent anvisiert – und dies bei einer weiteren Verringerung der Beschäftigtenzahl. Dabei will die deutsche Philips-Gruppe, die 1976 nur auf einen Umsatzzuwachs von fünf Prozent auf knapp vier Milliarden kam (der Konzern wartete mit einer Umsatzzuwachsrate von zwölf Prozent auf), diesmal über dem Durchschnitt operieren.

Sind diese Aussichten Grund genug, um sich auf der gegenwärtigen Basis in Philips-Aktien zu engagieren? Die Voraussetzungen für einen weiteren Kursanstieg halte ich für günstig, meine verehrten Leser, auch wenn der Philips-Konzern in den vergangenen Jahren deutlich seine Schwächen, gezeigt hat.

Sie beruhen in erster Linie in der unverkennbaren Schwerfälligkeit, sich rasch auf die sich ändernden Konjunkturverhältnisse einzustellen. Das zeigt sich deutlich in der Bilanz 1974, als sich die Vorräte plötzlich von 6,4 auf 8,8 Milliarden Gulden vergrößerten. Die Produktion ist nicht rechtzeitig dem Rezessionsniveau angepaßt worden. Vom Standpunkt der Rentabilität und letztlich der Unternehmenssicherung ist auch zu spät und zu zögernd damit begonnen worden, die Belegschaftszahlen der neuen Situation anzupassen. Mit dem Abbau der Vorräte soll jetzt Schluß sein. Sie dürften – am Umsatz gemessen – auf dem Ende 1976 erreichten Niveau gehalten werden.

Nicht beendet ist dagegen der Personalabbau. Von den zu Beginn 1976 vorhandenen 399 500 Arbeitskräften schieden 1976 weitere 8000 mehr aus, als eingestellt wurden. Man geht davon aus, daß auch in diesem Jahr wieder 8000 Arbeitsplätze eingespart werden können. Innerhalb von drei Jahren wird sich die Philips-Belegschaft um mehr als 30 000 Mitarbeiter verringert haben. Zugenommen hat die Belegschaftszahl im vergangen Jahr lediglich in Nord- und Lateinamerika.