Diesowjetische Parteizeitung "Prawda" veröffentlichte in der vorigen Woche einen Artikel zu den Verhandlungen über eine Begrenzung der strategischen Rüstung. Darin heißt es unter anderem:

"Die Sowjetunion verfolgt nach wie vor die konsequente Linie, ohne Verzögerungen die Vorbereitung eines neuen Abkommens über eine Begrenzung der strategischen Offensivwaffen auf der Grundlage der Vereinbarung zwischen der UdSSR und den USA, die im November 1974 während des Treffens auf höchster Ebene in Wladiwostok erzielt wurde, und der Ergebnisse der darauffolgenden offiziellen Verhandlungen 1975–1976 abzuschließen und dieses zu unterzeichnen. Diese. Linie der Sowjetunion ist in mehreren der jüngsten Reden von Leonid Breschnjew bekräftigt worden ...

Der Hauptgedanke der in Wladiwostok erreichten Vereinbarung besteht gerade darin, daß in den dort fixierten wichtigsten Parametern des Abkommens über die Begrenzung der strategischen Offensivwaffen das gegenseitig annehmbare Interessengleichgewicht der Seiten auf diesem Gebiet unter Berücksichtigung der Besonderheiten der strategischen Situation verankert wurde, wie sie sich im Augenblick der Vereinbarung und für deren Gültigkeitsdauer herausgebildet hat. In der strategischen Situation hat es seit Wladiwostok keine Veränderungen gegeben, die auf die damals angenommenen Beschlüsse einen Einfluß haben könnten. Folglich gibt es absolut keinen Grund für die Revision eben dieser Beschlüsse, für die Revision des früher erarbeiteten Vorgehens, das die Durchführung wirksamer Maßnahmen zur Eindämmung des Wettrüstens auf dem Gebiet der strategischen Waffen auf der Grundlage der Gleichheit und der gleichen Sicherheit der Seiten gewährleistet.

Zugleich betrachtete und betrachtet die Sowjetunion die Begrenzungen, die man in Wladiwostok festgelegt hat, niemals als eine Schlußetappe in den Anstrengungen der Länder zur Eindämmung des nuklearen Wettrüstens und zur Minderung der Kriegsgefahr. Bekanntlich waren die Seiten schon übereingekommen, daß sie nach dem Abschluß eines neuen Abkommens die Verhandlungen über weitere Schritte zur Begrenzung und Verminderung der strategischen Rüstungen fortsetzen werden. Und die sowjetische Seite steht zu ihrem Wort...

Wie ist nun die Haltung der amerikanischen Seite zum Abschluß der Vorbereitung des neuen Abkommens? Mit welchen Vorschlägen war der Außenminister der USA zu den Verhandlungen nach Moskau gekommen?

Vor allem hatte sich die neue Regierung in Washington von Anfang an so verhalten, als sei sie überhaupt nicht an die in Wladiwostok erzielte Vereinbarung und an all das gebunden, was zu deren Umsetzung in den Wortlaut des Abkommens getan worden ist. Eine solche Position ist schon für sich genommen nicht akzeptabel. Von was für einer Stabilität in den internationalen Angelegenheiten kann denn die Rede sein, wenn sich jede amerikanische Regierung von den grundlegenden Verpflichtungen lossagen würde, die von ihren Vorgängern übernommen worden sind.

Was die konkreten Vorschläge der amerikanischen Seite betrifft, so versucht man jetzt in Washington verstärkt die Sache so hinzustellen, als ob die zwei der Sowjetunion vorgelegten Varianten – die ‚allumfassende‘ und die ‚enge‘ – so beschaffen seien, daß man sich nur wundern könne, warum die UdSSR nicht vor Begeisterung darüber aus dem Häuschen geriet...