Die Aufdeckung durch die Revisoren konnte durch allerlei geschickte Winkelzüge lange verhindert werden, weil auf dem Platz Zürich für die Lieferung verkaufter Wertpapiere eine Frist von einigen Tagen toleriert wird. Erst als die Eigentümer eine Sonderprüfung vornahmen, weil sie die Mehrheit am Bankkapital verkaufen wollten, flog der Schwindel auf. "Es wäre für das Image der Schweizer Banken verheerend", so erschauerte damals der Zürcher Tages-Anzeiger, wenn es sich herumsprechen sollte, daß selbst Wertschriftendepots von Kunden nicht mehr sicher sind.

In Kreisen der helvetischen Hochfinanz herrscht nun allgemeine Ratlosigkeit. "Gegen solche Fälle kann man nichts machen", resignierte beispielsweise Kreditanstalt-Generaldirektor Heinz R. Wuffli. Die Basler Zeitung belehrte ihn daraufhin: "Der wunde Punkt ist in der mangelhaften Personalauswahl zu sehen." Dabei kann sie sich auf den früheren Bankpräsidenten Felix W. Schulthess berufen, der gesagt hatte, Auswahl und Ausbildung der Angestellten seien "etwas vom Wichtigsten". Die richtigen Leute am richtigen Platz zu haben, zähle mehr als jede noch so ausgeklügelte Organisation. In Chiasso saßen offensichtlich die falschen.