Wer von uns würde sich nicht gerade jetzt gern von guten Nachrichten überraschen lassen? Da haben wir sie schon ...

Berlin: Ausströmende Radioaktivität ist nicht nur völlig harmlos, sondern sogar ein heilsames Mittel gegen Gicht, Malaria und Bandscheibenschäden. Das stellte eine von der Siemens AG eingesetzte, aber völlig unabhängige Experten-Kommission in einem Geheimgutachten fest.

Bonn: Auf dem Rückflug in seine schwarze Heimat machte ein seltener Gast in der Bundeshauptstadt Zwischenstation: F. J. Strauß. Bei dieser Gelegenheit erklärte er auf Fragen nach seinen weiteren Absichten in Afrika: "Ich betrachte zwar Togo als meine zweite Heimat, will aber keineswegs meinen Freund Eyadema aus seinem Amt verdrängen und Staatschef von Togo werden, würde mich allerdings einem Ruf des Volkes nicht verschließen."

Washington: In einer geradezu sensationellen Kehrtwendung gab das Pentagon bekannt, es habe die sowjetischen Rüstungszahlen übertrieb ben, um selber mehr Geld vom Kongreß zu bekommen: Von einer "First Strike" -Gefahr seitens der Roten Armee könne keine Rede sein, darum wäre es an der Zeit, das Wettrüsten endlich zu beenden. Dabei sollte Amerika mit gutem Beispiel vorangehen.

München: Auf einer Pressekonferenz der CSU-Landesleitung erklärte Fraktionschef Zimmermann: "Die CSU ist keineswegs so töricht anzunehmen, dem Terrorismus sei durch Strafverschärfung beizukommen." Er sprach sich in diesem Zusammenhang scharf gegen die Forderung nach der Todesstrafe aus.

Prag: "In der Behandlung der Dissidenten haben wir Fehler über Fehler gemacht", erklärte Parteisekretär Husak vor einer Delegation von Unterzeichnern der "Charta 77", unter denen sich auch die Schriftsteller Kohut und Havel befanden. "Wenn unser System nicht versteinern soll, braucht es Leute wie sie, die es wieder zum Tanzen bringen."

New York: Auf der gestrigen UN-Vollversammlung erschien der US-Delegierte Andrew Young mit seinem, von Präsident Carter neuernannten ständigen Begleiter Jeff Failsave, der seine neue Aufgabe folgendermaßen umriß: "Ich bin dazu da, Äußerungen Youngs zu afrikanischen Fragen auf der Stelle zu dementieren, um den bisherigen Zeitverlust zu vermeiden."