Aus einer gemeinsamen Erklärung der dem Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften angeschlossenen Wertpapier-Investmentunternehmen geht hervor, daß die jährlichen Ausschüttungsbeträge reduziert werden sollen, weil nicht mehr im gleichen Maße wie bisher realisierte Kursgewinne und Bezugsrechterlöse den Ausschüttungen beigemischt werden. Jeder Fonds wird allerdings seinen eigenen Weg suchen, und es wird wohl einige Jahre dauern, bis alle Fonds den Pfad der Tugend gefunden haben werden und nicht mehr über hohe Ausschüttungen den Eindruck besonders erfolgreicher Anlagepolitik vorzuspiegeln versuchen.

Auskunft über die wirklichen Erfolge gibt unsere nebenstehende Tabelle. Bei der Errechnung der Wertveränderungen, ist davon ausgegangen worden, daß die Ausschüttungen jeweils zum Erwerb neuer Anteile benutzt worden sind. Dies ist notwendig, um eine, Vergleichsbasis zu den thesaurierenden Fonds zu schaffen. Dabei zeigt sich, daß die Rentenfonds sowohl im Drei-Jahres-Vergleich als auch im Fünf-Jahres-Vergleich den Aktienfonds überlegen waren. Auch in diesem Jahre liegen die Rentenfonds noch eindeutig vorn. Sie profitieren von der kräftigen Zinssenkung, die am Rentenmarkt in den letzten Tagen zu neuen Spitzenkursen geführt hat. Es ist gefährlich, die Ergebnisse des I. Quartals 1977 hochzurechnen, um auf diese Weise zum Gesamterfolg 1977 zu kommen. Denn es muß bezweifelt werden, daß es in diesem Jahr noch einmal eine Periode mit so hohen Rentenkurssteigerungen geben wird.

Die kleinen Differenzen in den Rentenfonds-Erfolgsrechnungen lassen auf eine unterschiedliche zinspolitische Beurteilung der Fonds schließen. Einige Manager waren davon ausgegangen, daß bereits in der zweiten Jahreshälfte 1976 die Zinswende eintreten würde und hatten vorzugsweise kursstabile "Kurzläufer" in die Portefeuilles genommen.

Die deutschen Aktienfonds schnitten im I. Quartal etwas besser ab als der Aktienindex. Ungünstig entwickelten sich die Fonds mit ausländischen Aktien, beeinträchtigt durch den Kursrückgang von Wall Street, der zwischen sechs und acht Prozent ausmachte.

Ein Blick auf den Zehn-Jahres-Vergleich zeigt, daß die großen Aktienfonds, die ausschließlich oder überwiegend in deutschen Aktien investiert haben, Wertsteigerungen von meist mehr als 100 Prozent erzielt haben. Fonds, die sich auf ausländische Aktien spezialisierten, waren weniger erfolgreich. Sie hatten nicht nur gegen die Börsenschwächen ausländischer Plätze anzukämpfen, sondern auch noch gegen die ständigen Aufwertungen der Mark, die naturgemäß den Wert ihrer ausländischen Anlagen schmälerten. K. W.