Unternehmer, so glaubt man gemeinhin, werden besser entlohnt als unselbständige Beschäftigte, weil sie unter erheblichen Risiken neue Märkte erschließen und investieren. Wer hinter die Kulissen blickt, wird jedoch oft eines Besseren belehrt. So stimmten deutsche Bauunternehmer unisono Klagelieder an, weil sich der Staat nicht genügend um sie kümmere.

Gleichzeitig wundern sich ausländische Investoren über mangelnde Bereitschaft deutscher Firmen, in ihren Ländern Aufträge auszuführen. So fand ein saudi-arabischer Prinz und Geschäftsmann, der Wohnblocks und ein Hotel bei Riad bauen lassen will, bei deutschen Unternehmen verschlossene Türen.

Bauverbände, die befragt wurden, gaben geradezu lächerliche Erklärungen ab: Die Aufträge im Ausland seien zu klein, die Probleme bei der Material- und Arbeiterbeschaffung zu groß, außerdem gäbe Bonn nur unzureichende Garantien. Da würden viele lieber verzichten. Daß auch im Ausland üblicherweise Arbeitsgemeinschaften die Risiken aufteilen, scheint man vergessen zu haben. Wenn Unternehmer nicht mehr bereit sind, Risiken auf sich zu nehmen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn sie nicht immer ernst genommen werden. jfr.