Tauchen, sagen die Sporttaucher, sei ein Vergnügen ohnegleichen. Sie drängen in hellen Scharen zu den bunten, schweigenden Dämmerlichtwelten unter dem Meeresspiegel. Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) zählt nur 10 000 Mitglieder. Darüber hinaus gibt es in Westdeutschland mindestens vier- bis fünfmal so viele Sportfreunde (ohne die Berufstaucher von Polizei, Lebensrettungsgesellschaft und Bundeswehr). Für sie ist der Urlaub in der Tat die schönste Zeit des Jahres, weil sie nur dann ihrer Passion in vollen Zügen frönen können. Die teure Grundausrüstung (800 bis 1000 Mark) ist aber gerade dann wegen Übergepäck oder Zollschikane (wie vor einigen Jahren an der jugoslawischen Grenze) lästig. Eine Ideallösung für Taucher aller Vollkommenheitsgrade bietet der Barakuda-Club (Hamburger Str. 63, 2110 Buchholz).

Barakuda-Touristikchef Volker Schoenfeld versucht eine Erklärung des Trends: „Das Gefühl der Schwerelosigkeit, Interesse an der Technik, an Meergetier und Tiefseeflora, Spaß am Unterwasserfilmen, auch ein Schuß Abenteuerlust.“ Sicher. Und das Unwägbare. Die Flucht in eine andere Welt.

Die Barakuda-Gesellschaft für Wassersport in Buchholz registriert die Entwicklung seit über einem Vierteljahrhundert. Die Firma brachte als erste Schwimmflossen auf den deutschen Markt (1950), Tauchmasken und Schnorchel (1952), Tauchgeräte (1953) und Trockentauchanzüge. 1956 wurde auf der Insel Elba die erste deutsche Sporttauchschule eröffnet, 1972 dem Unternehmen eine eigene Touristikabteilung angegliedert, der Barakuda International Aquanautic Club.

Der Club ist heute an 35 Meeresküsten zu Hause, in Griechenland, Italien, Jugoslawien, Jordanien (Rotes Meer), Kenia, Thailand (Golf von Bengalen) sowie auf den Bahamas und den Malediven. Barakuda-Clubs gibt es ferner in 14 westdeutschen Städten. Dort können nicht abgegoltene Leistungen der Zwölfpunktekarte eingefordert werden.

Die in der Reisepauschale enthaltene Clubleistung gliedert sich nach einem Zwölfpunktesystem – jeweils gut für sechs Tauchgänge mit Gerät und Ausrüstung oder sechs halbe Tage Segel- oder sechs Stunden Windsurfing-Unterricht oder drei Stunden Wasserskilaufen. Die Sportleistung kann man auch gesondert erwerben oder beliebig nachblicken (Preis: knapp 200 Mark).

Die größte Club-Basis existiert in der Bucht von Paläokastritsa auf Korfu. Der Club besitzt dort eigene Unterkünfte, Bootspark, Geräte für 120 Taucher (Maximalbelegung etwa 100) und Dekompressionskammer. Ein Sportarzt ist immer verfügbar. Im Tauchsport können bei groben Fehlern unter Umständen Minuten über Leben und Tod entscheiden. Schoenfeld: „Wenn man sachgemäß taucht, kann nichts passieren. Ernste Zwischenfälle hat es in unseren Club-Basen bisher nicht gegeben.“ Leistungsniveau, Gerät und Sicherheitsgarantie sind in allen Clubs gleich.

Preisbeispiele (jeweils Doppelzimmer/Vollpension einschließlich Zwölf punktekarte): eine Woche Korfu ab 680 Mark (Verlängerungswoche 315), eine Woche Sardinien ab 660 Mark (zwei Wochen 1034), eine Woche Bahamas 1740 Mark (Verlängerungswoche 528), eine Woche Malediven 1995 Mark (Verlängerungswoche 350 Mark).

Die Programme des Barakuda-Clubs werden zu 70 Prozent von Sporttauchern und zu je 15 Prozent von Seglern und Windsurfern gebucht. Zu den Küsten des Mittelmeers zieht es auch viele Anfänger (vermutlich 40 Prozent), zu Fernzielen fast ausschließlich geübte Taucher. Clubreisen (über TUI, DER oder direkt vertrieben) können in jedem Reisebüro gebucht werden. Auflage des hauseigenen Prospekts: 40 000 Exemplare. Umsatz 1976, ohne die Initiativen der Club-Basen (geschätzt): etwa drei Millionen Mark. bo