Es geht um ein Rennen, bei dem die moderne Technologie der frühen zwanziger Jahre voll zum Zuge kommt: Man kann nach Belieben per Ballon, Automobil, Dampfer oder Flugzeug starten. Außer den Spielern ist immer noch ein weiterer fiktiver Gast mit dabei: Rudi Reifenstecher. Er macht das Rennen außer Konkurrenz mit, kann es gewinnen, wenn sich die Spieler ungeschickt genug anstellen und hat eigentlich nur die Aufgabe, die anderen Spieler durch einen geschickten Stich in die Reifen am Siegen zu hindern.

Das große Rennen ist ein Sammelsurium aus Monopoly-, Mensch-ärgere-dich-nicht- und Pokerdementen. Als Steine, mit denen gezogen wird, gibt es Pfeile. Vor jedem Zug kann man damit anzeigen, in welche Richtung man weiterlaufen will. Damit lassen sich. leicht diejenigen Felder ansteuern, die man gerade braucht. Wer fast pleite ist, dirigiert sich zu den Geldquellen, wer Einsatzkarten braucht, mit denen die Chancen für eine Rallye-Sonderprüfung verbessert werden können, steuert auf die entsprechenden Felder zu. Und wer ein Rennen anzetteln will, kann auch das jederzeit mühelos erreichen. Zwar gibt es Fallen im Plan. "So ein Mist", steht darauf, "Rudi Reifenstecher klaut Ihnen 10 000 Mark." Aber man kann, wie gesagt, diese Felder leicht meiden.

Der: Spielablauf ist einfach. Jeder bekommt Startkapital, kauft Einsatzkarten für die vier verschiedenen Verkehrsmittel oder besorgt sich über die entsprechenden Felder Geld. Neben dem Spielplan liegt die Renntabelle, eine mit etwas zu klein gestanzten Löchern versehene Platte, die von Berlin einmal rund um den Globus wieder nach Berlin führt. Jeder Spieler hat einen Streifen, in dem er seinen Stecker nach jedem kleinen Einzelrennen, je nach Punktgewinn, etwas vorrückt. Auch der arme Rudi hat dort seine Erfolgsanzeige und versucht, sich im Rudel der Spieler mit zum Ziel zu schleppen.

Mitten im Spielfeld steht eine Art Rouletteschüssel, und Rudi entpuppt sich als lila Kugel. Für jeden Spieler gibt es in seiner Farbe dazu noch ein paar Kugeln. Alle Rennentscheidungen fallen in dieser Schüssel. Mit einer Kugel ist man stets beim Rennen dabei, und wenn man Zusatzkarten gekauft hat, entsprechend mit mehreren. Wenn die in Schwung gesetzten Kugeln zum Stillstand kommen, plumpst eine in der Mitte in eine Vertiefung – der Sieger. Gewinnt Rudi, so rückt er vor, und alle anderen scheiden zumindest für dieses kleine Einzelrennen aus, denn er hat ihnen die Reifen oder die Ballonhaut zerstochen. Was man an den Dampfern allerdings zerstechen soll, ist mir nicht ganz klargeworden.

Tom ‚Werneck

DAS GROSSE RENNEN MIT RUDI REIFENSTECHER, Parker-Spiele, Boschstr. 1, 6051 Nieder-Roden; 2 bis 4 Personen, 1 bis 1 1/2 Stunden, unverbindliche Preisempfehlung 29,80 Mark.