Von Heinz Blüthmann

Von den Japanern wußte man es längst – doch "das können auch die Werften in Singapur und Korea genauso gut wie deutsche", urteilt Conrad von Sydow. Der Vorstand der Deutschen Schiffsbeleihungs-Bank in Hamburg hat es von seinen Reederkunden: "Das Zusammennieten eines Schiffes ist an sich ja auch nichts Aufregendes."

Die deutschen Schiffsbauer kostet dieses Geschäft zur Zeit dennoch ihre letzten Nerven; Denn sie schwimmen in rauher See – und der Sturm nimmt zu. Da die Werften weltweit schon vom nächsten Jahr an ihre Kapazitäten bestenfalls zur Hälfte auslasten können, wird international mit harten Bandagen um jeden Schiffsauftrag gekämpft. Dazu kommt: Weil die fernöstlichen Konkurrenten Japan, Korea, Singapur und, Taiwan um ein gutes Drittel unter den hiesigen Preisen bleiben und immer mehr Reeder – solch süßen Sirenengesängen nicht länger widerstehen wollen, landen die deutschen Werften im Wettlauf um die Bauaufträge regelmäßig auf den Verliererplätzen,

"Die Werften in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen haben dicke Auftragsbücher so hatte noch vor zwei Jahren Wirtschaftsminister Hans Friderichs richtig festgestellt, aber falsch daraus geschlossen: "... und bieten sichere Arbeitsplätze."

Dabei war 1975 schon in vollem Gange, was jetzt die großen Beschäftigungssorgen macht: Dem Tankerboom ohnegleichen folgte nach dem Ölpreisschock eine Tankerflaute ohnegleichen. Die Ölschiffe, die nun keiner mehr haben will, machten zuvor drei Viertel der weltweit georderten Handelstonnage aus. Vor 1981 rechnet niemand mit einem Ende der Flaute. Die derzeitige Übertonnage: rund 250 Supertanker.

Die Japaner, wegen ihrer Spezialisierung auf den Großtankerbau am härtesten vom Ende dieses Booms getroffen, stellten sich dennoch so schnell auf andere Schiffstypen um, daß sie ihre Vorrangstellung auf dem – freilich schrumpfenden – Weltmarkt noch ausbauen konnten: Sie produzierten in den vergangenen drei Jahren knapp die Hälfte der Tonnage – und kassierten mit aggressiver Preispolitik in den letzten beiden:

Jahren sogar sechzig Prozent der Neubauorders in aller Welt.