Am Einsatz eines falsch dimensionierten Computers und an einem totalen Versagen des Managements ist die F. Reichelt AG, Hamburg, (pharmazeutische Großhandlung) gescheitert.

Nach einem Jahresverlust von 0,4 Millionen Mark im Jahre 1975 weist die Bilanz des Unternehmens für 1976 einen Fehlbetrag von 12,5 Millionen aus. Er ist aus den Rücklagen nicht mehr zu decken. Jetzt muß das Aktienkapital von 8,1 Millionen auf 4,05 zusammengelegt werden. Anschließend soll es auf 12,15 Millionen wieder aufgestockt werden. Bereits im vergangenen Herbst wurde die Katastrophe sichtbar, als die beiden bisherigen Schachtelaktionäre, die Dresdner Bank und die Albingia Versicherung, ihre Pakete an die Otto Stumpf AG, Nürnberg, ebenfalls eine pharmazeutische Großhandlung, abgaben. Allerdings hat Stumpf bisher nur gemeldet, mehr als 25 Prozent des Reichelt-Kapitals zu besitzen. Die beiden ehemaligen Großaktionäre müßten ihre Aktien unter dem damaligen Börsenkurs verkaufen. Im Zuge eines Kooperierungsprogramms würden, bei F. Reichelt Kosten gespart. Obwohl sich bei der Gesellschaft im neuen Jahr bereits wieder Verluste angesammelt haben, soll 1977 ausgeglichen abgeschlossen werden. Um das zu ermöglichen, werden die Banken einen Zinsverzicht leisten. Die F. Reichelt AG hatte für 1972 noch 28 Prozent Dividende ausgeschüttet, für 1973 noch zehn Prozent. 1975 wurde noch, eine Kapitalerhöhung zum Ausgabekurs von 106 Prozent durchgeführt.

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Obwohl beim holländischen Unilever-Konzern der Wertumsatz 1976 um 1 Prozent auf 36,5 Milliarden Gulden zurückgegangen ist, hat sich der ausgewiesene Gewinn von 771 auf 1183 Millionen Gulden erhöht.

In Europa, wo 1975 der Ertragseinbruch am stärksten war, hat sich der Nettogewinn nahezu verdoppelt. Gleichwohl klagt H. F. van den Hoven, Vorsitzender des Verwaltungsrats, über die immer noch unbefriedigenden Gewinnspannen in den europäischen Ländern. Als Hauptgründe nennt er den scharfen Wettbewerb sowie die in einigen Ländern geübten Preiskontrollen. Das Ergebnis wäre noch besser ausgefallen, wenn nicht die Befestigung des Guldens zum Jahresende das Bild negativ beeinflußt hätte. Der Unilever-Konzern hat in der Rationalisierung und in der Kosteneinsparung erfreuliche Fortschritte gemacht. Der Mitarbeiterstand konnte um 5000 auf 317 000 Beschäftigte vermindert werden. Was selten ist: Die Personalkosten sanken von 6,7 auf 6,4 Milliarden Mark.

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Mit einem um fast 25 Prozent auf 1,4 Milliarden Mark gestiegenen Geschäftsvolumen hat die Europäisch Asiatische Bank AG, Hamburg, die Größenordnung einer "ausgewachsenen" Überseebank erreicht.