Warum der europäische Airbus auf dem Weltmarkt wenig Käufer findet

Von Heinz Michaels

Diesmal vermasselten die Engländer den europäischen Flugzeugbauern die Tour. Die Thais hätten gern mehr Airbusse A 300 – die amerikanische Fachzeitschrift Aviation Week meinte sechs – gekauft, doch die Londoner Regierung bewilligte ihnen nicht die gewünschte Ausweitung der Flugrechte nach Hongkong.

So orderte Thai Airways International nur zwei Flugzeuge – es waren der 36. und 37. Auftrag für Airbus Industrie – und unterschrieb eine Option auf zwei weitere Flugzeuge. Für die Airbus-Manager ist der Auftrag dennoch Balsam, denn der Verkauf des 250sitzigen Großraumflugzeugs schleppt sich nur mühselig dahin.

Statt die Produktion von zwei auf vier Flugzeuge im Monat verdoppeln zu können – wie in optimistischen Plänen vorgesehen –, mußte sie auf monatlich eineinhalb Flugzeuge gedrosselt werden. Sechs Neubauten stehen schon "auf Halde". Im Betrieb Hamburg Finkenwerder des Luft- und Raumfahrtkonzerns Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB), wo Rumpfsegmente produziert werden, gibt es seit März bis einschließlich Juni Kurzarbeit; die rund 5000 Beschäftige ten müssen eine Woche im Monat zwangsweise feiern.

Wohl nicht zuletzt, um die Stimmung zu verbessern, stellte die Airbus-Geschäftsführung bei der Bekanntgabe des Auftrags fest, daß die Thais "bis zur Mitte der achtziger Jahre einen voraussichtlichen Bedarf von mehr als zwölf Maschinen des Typs Airbus A 300 haben" werden. Und daran, daß sich das Flugzeug auch in Thailand so bewähren wird, daß die Thais bei dem Typ bleiben, herrscht in Toulouse, wo das Hauptquartier der Airbus Industrie ist, kein Zweifel.

Ein Beispiel dafür dürften die Indian Airlines sein, die den Flugverkehr innerhalb des Subkontinents betreiben. Im November und Dezember letzten Jahres erhielt die Fluglinie drei Airbusse.