Von Harry Pross

I

Lehren heißt verstanden werden. Ich möchte Ihnen, um das gegenseitige Verstehen zu erleichtern, zum Willkomm einiges über meine Perspektive sagen.

Die Begegnungen, die in der Universität stattfinden, werden vom steuerzahlenden Volk ermöglicht. Es bezahlt den Unterhalt der Gebäude, die Geräte, die Bücher, die Lehrpersonen, die kostspielige Verwaltung und direkt oder indirekt auch die Studenten.

Während das Lehr- und Verwaltungspersonal der Universität-seinerseits wiederum Steuern bezahlt, sind die Studenten davon befreit. Das heißt: das Studium ist ein Privileg, an öffentlichen Leistungen teilzuhaben, ohne finanziell zu ihnen beizutragen.

Worauf gründet dieses Privileg? Es gründet nicht in fiskalischen Erwägungen, denn unter dem Gesichtspunkt der Steuereintreibung ist nicht plausibel, warum einige hunderttausend Bürger auf Kosten der anderen steuerlich luxurieren sollen. Das Privileg des Studiums gründet in der Erwartung, daß über eine Reihe von Jahren ein gesellschaftlich nützlicher Lernprozeß stattfindet. Es ist ein Privileg auf Vorschuß, der durch das Privileg, gelernt zu haben, eingelöst werden soll.

II