Die Hypothekenabteilung der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank AG, Hamburg, macht Überstunden. Das Personal mußte verstärkt werden. Der Vorstandsvorsitzende, Bernhard Schramm, warnt aber vor falschen Hoffnungen. Mit einer Wiederbelebung der Baukonjunktur habe das nichts zu tun. Vielmehr signalisiere die lebhafte Nachfrage nach Hypotheken die Meinung, daß man das Ende der Zinstalfahrt in etwa erreicht habe. Volksbanken und Raiffeisenbanken, zu deren Kreis die Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank gehört, drängen deshalb ihre Kundschaft, die in der Hochzinsphase aufgenommenen "Zwischenkredite" jetzt langfristig zu konsolidieren.

Finanziert werden auf diese Weise vor allem Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und kleinere gewerbliche Objekte. Das gilt auch für das eigentliche Neugeschäft. Eigentumswohnungen liegen noch zurück. Allenfalls stehen hier Gebäude mit einer geringen Wohnungszahl zur Debatte. Das eigentliche Bauträger-Geschäft ist immer noch tot. Von Mietwohnungen ganz zu schweigen, obwohl hier der Markt nach Wohnungen zu "angemessenen" Mieten deutlich enger wird. Aber zu "angemessenen" Mieten läßt sich heute kaum noch ein Objekt errichten. Die Baukosten verhindern dies. Der soziale Wohnungsbau leidet unter den geringen Förderungsmitteln.

Einige Versicherungsunternehmen wären heute wieder bereit, im begrenzten Rahmen Miethäuser zu bauen, weil sie meinen, daß mit Rücksicht auf eine gesunde Streuung ihrer Vermögensanlagen der Immobilienanteil verstärkt werden sollte. Sie scheuen aber davor zurück, weil das neue Mieterrecht ihnen nicht mehr die Gewähr dafür zu bieten scheint, daß diese Anlagen optimal im Sinne der Versicherten-Gelder zu nutzen sind. Noch ist die Bundesregierung nicht bereit, ihre Miet-Reformvorstellungen zu korrigieren. Sie nimmt lieber ein Dahinsiechen der Baukonjunktur und ein Verlust an Arbeitsplätzen in Kauf.

Vom Volumen her bleibt also die Nachfrage nach Hypothekengeldern begrenzt. Um so mehr müssen sich alle Institute um die kleineren Bauherren bemühen, auch wenn sie den Banken und Sparkassen höhere Verwaltungskosten verursachen. Dafür ist bei ihnen aber auch das Risiko geringer. Denn die bei den Realkreditinstituten aufgelaufenen "rückständigen Zinsen" sind kaum bei den kleineren privaten Bauherren entstanden, sondern fast ausschließlich bei den Großobjekten, die während des ungesunden Bau-Booms aus dem Boden geschossen sind. Der Wettbewerb um den "kleinen Bauherrn" ist hart. Denn um ihn bemühen sich nicht nur die traditionellen Baufinanzierer, sondern seit einiger Zeit auch alle Banken mit ihren Offerten "Finanzierung aus einer Hand", zu denen dann auch die "Mitlieferung" einer Bausparhypothek gehört.

Unter dem Eindruck der harten Konkurrenz und des auch für längerfristige Gelder wieder ergiebig gewordenen Rentenmarktes sind jetzt auch Hypotheken zu festen Zinskonditionen für zehn Jahre erhältlich. Die Tabelle über die Darlehensbedingungen, meine verehrten Leser, wie sie mir von der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank mitgeteilt worden sind, vermittelt natürlich nur Anhaltspunkte. Änderungen kann es täglich geben. Beachtlich ist die hohe Anzahl von Variationsmöglichkeiten. Die Abgaben beziehen sich auf Hypothekendarlehen für Wohnungshäuser, Eigentumswohnungen, Reihenhäuser. Bei Objekten mit überwiegend gewerblich genutztem Anteil erhöht sich der Zinssatz um 0,25 Prozent.

Der Hypotheken-Interessent kann praktisch zwischen drei Zinssätzen wählen: sieben, Prozent, 6,5 und sechs. Er hat außerdem die Wahl zwischen einer Konditionenanpassung nach zehn oder fünf Jahren. Die Zeiten, da man von den Realkreditinstituten Gelder über 25 Jahre zu konstanten Bedingungen erhalten konnte, sind vorüber. Denn niemand stellt heute den Hypothekenbanken Geld für eine so lange Zeit zur Verfügung, was zur Folge hat, daß auch die Banken gezwungen sind, relativ kurzfristig zu disponieren.

Nach fünf oder zehn Jahren muß der Hypothekennehmer deshalb mit der Bank neu über die Konditionen verhandeln. Ist der Zins dann niedriger als heute, hat er Glück. Denn dann kann er damit rechnen, daß ihm das gewährte Hypothekendarlehen künftig zu einem billigeren Zins eingeräumt wird. Hat er Pech, ist das Geld gerade teuer, muß er eben, mehr zahlen. Das ist besonders für diejenigen Bauherren ein nicht ungefährliches Risiko, die ihre Objekte "knapp" finanziert haben und nur über geringe Reserven verfügen.