Erster-Klasse-Passagiere der Deutschen Lufthansa, die mit den Jumbos 747 SL nach Sydney und Los Angeles jetten, können vom 1. Mai an einen besonderen Dienst der Kölner Fluglinie in Anspruch nehmen – wenn auch nur in besonders dringenden Fällen und zunächst für eine Probezeit von sechs Monaten. Sie dürfen telephonieren.

Eine Kombination von Kurzwellenfunk und herkömmlichem Telephonnetz macht es möglich. So stellt der Bordingenieur per Kurzwelle eine Verbindung mit Radio Enköping in Schweden her, von dort geht das Gespräch ins Telephonnetz. Das Ganze ist allerdings nur zu bestimmten Zeiten möglich: Bei Steig- und Sinkflug hat der Ingenieur ohnehin genug zu tun, und manchmal ist das Kurzwellennetz überlastet. Fürs Telephongeheimnis kann die Lufthansa ohnehin nicht geradestehen.

Billig ist der Service nicht. Die Grundgebühr je Gespräch kostet 20 Mark. Alles weitere hängt nicht von der Entfernung des Flugzeugs vom angewählten Ort ab, sondern von der Entfernung zwischen Enköping und dem gewünschten Ort. So kosten: drei Minuten Sprechzeit und Grundgebühr nach Schweden 38 Mark, jede weitere Minute 4,50 Mark; das gleiche nach Deutschland 42 Mark und 6 Mark, nach den Bahamas 80,50 und 19 Mark – auch, wenn sich der Jet soeben über den Bahamas befindet.

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Christoph von Dohnanyi, ab Herbst Chef der Hamburgischen Staatsoper, fand schon einen Weg, sich selbst zu preisen, bevor er seinen neuen Job überhaupt, angetreten hat. Auf einem Plakat ließ er seinen Fußabdruck auf vergoldetem Bühnenstaub verewigen (Motto: Ein großer Schritt für die Oper). Anlaß für das Plakat: die 300-Jahr-Feier des Hamburger Opernhauses, die im nächsten Jahr gefeiert werden soll. In 50 000 Exemplaren geht das Fuß-Konterfei in alle Welt. Die Idee dazu stammt von niemand Geringerem als Charles Wilp, dem Düsseldorfer Werbeoriginal, der sich selbst "Wirkungspsychologe" und den die Schweizer Weltwoche, "das unbestrittene Enfant terrible der deutschen Werbeindustrie" nannte. Diesen Herbst wollen Künstler und Dirigent gemeinsam das Plakat in Hamburg signieren.

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Kräftig die Werbetrommel rührten letztes Jahr Banken und Versicherungen, Sparkassen und Finanzierungsgesellschaften, Investmentfonds und Bausparkassen. Ganze 408 Millionen Mark, fast elf Prozent mehr als 1975, haben sie sich Anzeigen und Werbespots kosten lassen, wie der Gemeinschaftsdienst der Boden- und Kommunalkredite ermittelte. Pro 1000 Mark Neugeschäft wurden im vergangenen Jahr von Banken, Sparkassen und Finanzierungsgesellschaften 1,50 Mark für Werbung ausgegeben. 1975 waren es 1,23 Mark, 1974 sogar nur 1,10 Mark.