Wieder hat sich eine Droge als teratogen (Mißbildungen verursachend) herausgestellt. Diesmal freilich ist sie nicht das Produkt einer pharmazeutischen Fabrik, sondern Alkohol. Forscher der Universität von Seattle untersuchten die Babys von 74 Frauen, die während ihrer Schwangerschaft täglich zwei Unzen (knapp 60 Milliliter) Alkohol (etwa sieben Schnäpse oder drei Flaschen Bier) getrunken haben und die Säuglinge von 90 Frauen, die pro Schwangerschaftstag weniger als diese Menge Alkohol konsumierten. Zwölf Prozent der Frauen aus der ersten Gruppe hatten Kinder mit zu kleinen Köpfen, mit zu geringen Körpermaßen, Babys, die zu Krämpfen oder Körperzittern neigten, Säuglinge mit zu kleinen Öffnungen zwischen den Augenlidern und anderen Abnormitäten zur Welt gebracht. Im Gegensatz dazu kam dies in der Gruppe der weniger oder keinen Alkohol konsumierenden Müttergruppe nur in zwei Fällen (unter drei Prozent) vor. Die Wissenschaftler errechneten aus ihren Untersuchungen das Risiko, ein geschädigtes Kind zu haben: Eine Frau, die während der Schwangerschaft weniger als sieben Schnäpse täglich zu sich nimmt, geht nur ein geringes Risiko ein, ein defektes Baby zu gebären. Bei sieben bis 15 Schnäpsen täglich steigt dieses Risiko auf zehn Prozent, schwere Trinkerinnen (von 35 Schnäpsen pro Tag an) müssen mit einem über fünfzigprozentigen Risiko, ein mißgebildetes Kind zu bekommen, rechnen.

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Der Jugoslawe Milutin Veljkow will es wieder wissen. Im Juli wird er sich zum zweitenmal in die Bogowinski-Höhle begeben und dort – mehr als 1000 Meter unter der Erde – zwei Jahre lang ohne Uhr, ohne ein Telephon, ohne Tiere ausharren. Nur ein Computer-Terminal wird ihn mit der Welt über seinem tiefen Verließ verbinden. Bedient wird das Gerät von Forschern, die sorgsam vermeiden wollen, Veljkow auch nur den geringsten Hinweis auf das Datum oder die Tageszeit zu geben. Das soll ihm, wenn es sie gibt, seine innere Uhr verraten. Außerdem wird der Freiwillige seinen Urin untersuchen, die Temperatur der Luft und seines Körpers messen, die Luftfeuchtigkeit, seinen Blutdruck und andere Daten notieren. Die Wissenschaftler sind am Wach- und Schlafrhythmus und an der Anpassung an die Isolation ihrer Versuchsperson interessiert. Außerdem möchten sie prüfen, wie gut erlernte Fähigkeiten wie die sprachliche Formulierung während einer so langen Abgeschiedenheit erhalten bleiben, In einem früheren Versuch, allerdings mit einer Uhr und einer Telephon Verbindung zur Oberwelt hat Veljkow fünfzehn Monate in der von unterirdischen Gewässern ausgewaschenen Höhle verbracht und dabei unter Monotonie und Halluzinationen zu leiden gehabt.