Der Vorstand der Bundesbahn "hat den Auftrag, den Verlust von derzeit rund vier Milliarden Mark schrittweise abzubauen und spätestens bis 1985 zu beseitigen..." Dieser eindrucksvolle Satz findet sich im sogenannten "Leistungsauftrag zur Konsolidierung der Deutschen Bundesbahn", den das Kabinett in Bonn am Mittwoch verabschiedet hat.

Nach allen Erfahrungen mit der bisherigen Eisenbahn-Politik des Bundes möchte man dieses Ziel zunächst für illusionär und den "Leistungsauftrag" für Makulatur halten. Dennoch: Das Plansoll könnte erfüllt werden. Zuvor freilich müßte die Verwaltung der Bundesbahn den spät gewählten Weg der Rationalisierung, der Personaleinsparung und der besseren Kostendeckung der Bahn-Dienste weitergehen, und die Bundesregierung müßte die finanziellen Voraussetzungen schaffen. Die Regierung hat sich öffentlich zu ihrer Verpflichtung bekannt: Sie will Verluste in den Bereichen, in denen die Bahn gemeinwirtschaftliche Leistungen erbringt, besser ausgleichen, Investitionszuschüsse und Hilfen zur Verbesserung der Kapitalstruktur der Bahn gewähren.

Doch hier sind Zweifel am Platze. Bis 1985 wird noch mehrmals gewählt, werden die Gewerkschaften noch öfter protestieren und die Abgeordneten bedrängen. Daran ist schon früher, mancher Anlauf gescheitert. pl