Eine Legende wurde nicht gerade zerstört in der Fernsehdokumentation über den Angriff der "Legion Condor" auf Guernica. Aber es wurde, sauber und sachlich, die heute in Umrissen sichtbare Wahrheit von den Legenden getrennt, die sie jahrzehntelang zugewuchert hatten (und die auf Seite 41 näher dargestellt sind).

Der Zuschauer bekam sogar zwei Veteranen der "Legion Condor" zu Gesicht, die den Luftangriff am 26. April 1937 mitgeflogen hatten: die Fliegeroffiziere von Beust und von Knauer. Wer ihren (in der Sache nicht neuen) Statements genau genug zugehört hat, kann aus dem Wundem nicht herausgekommen sein.

Gut, moralisch-politische Überlegungen sind von zwei alten Soldaten dieses Schlages Wohl nicht zu erwarten. Aber daß sie sich (welcher alten Kameraderie zuliebe?) in ihrem eignen Handwerk dumm stellen? Da konnte sich der eine partout nicht erinnern, ob damals auch Brandbomben geworfen wurden. Da präsentierte der andere die Geschichte mit dem Wind, der die Bomben vom Ziel, einer Brücke, angeblich aufs Stadtgebiet abgetrieben hat (und der nicht wehte – hätte er geweht, so wäre die alte Schutzbehauptung, das Angriffsziel sei im Qualm unsichtbar gewesen, noch weniger glaubhaft). Auch von den Tieffliegern über Guernicas Straßen wollte der eine nichts wissen.

Vierzig Jahre ist ihre historische Mission her; und unerschütterlich stehen sie zu den längst eingestürzten Legenden.D. E. Z.