Ansgar Skriver: "Das Konzept der Hilfe ist falsch. – Entwicklung in Abhängigkeit." Der Titel bezieht sich auf die Rede, die Tansanias Präsident Nyerere vor einem Jahr in Bonn gehalten hat. Seine Meinung: "Das ganze Konzept der Hilfe ist falsch. Es ist ein nützliches Linderungsmittel. Aber es ist keine Lösung des Armutsproblems der Welt. Es ist auch grundsätzlich falsch, weil es die armen Staaten auf den Status von Bettlern herabwürdigt." Der Autor, politischer Redakteur des WDR, hält es nicht für falsch, Menschen zu helfen, sieht es aber als einen Irrtum an, Entwicklungshilfe und Entwicklungspolitik gleichzusetzen. Die bisherige Art von Entwicklungshilfe hat die Ziele nicht erreicht, unter denen sie begonnen wurde: die Kluft zwischen Arm und Reich wenn nicht zu schließen, so doch wenigstens nicht größer werden zu lassen. Kritisch setzt er sich mit rhetorischen Formeln auseinander, die von Politikern wie Genscher, Bahr und Friderichs drinnen und draußen ständig verwendet werden: Partnerschaft und Zusammenarbeit, Kooperation statt Konfrontation. Chancengleichheit und Gleichberechtigung. Die Wirklichkeit sieht anders aus, sie vertieft strukturelle Abhängigkeit. In wenigen Jahren wird hoffentlich auch bei uns bekannt sein, daß die interne Abhängigkeit der armen Mehrheit von der reichen Minderheit in vielen Entwicklungsländern mindestens so gravierend ist wie der jetzt diskutierte "Nord-Süd-Konflikt" zwischen den Staaten. Am 28. April hat der Bundespräsident an Ansgar Skriver und an Gertraud Heise den "Journalistenpreis Entwicklungspolitik" verliehen. (Peter Hammer Verlag, Wuppertal, 1977; 114 S., 8,– DM.)

"Zwei Wochen in Fernost", herausgegeben von Ferdinand Ranft. Fast eine Viertelmillion Bundesbürger reisen jedes Jahr in den Fernen Osten. Pauschalangebote und Billigflüge haben den Traumzielen früherer Generationen ihre Unerreichbarkeit genommen. Den neuen Reiseländern hingegen hat die Touristenflut zwar Einnahmen, aber auch einige Probleme beschert. Noch immer jedoch bietet der Ferne Osten eine Fülle unentdeckter, abenteuerlicher Schönheiten, die aufgespürt sein wollen. Neben klassischen Reiseländern wie Thailand, Japan, Australien, haben die Autoren dieses Bandes auch ausgefallenere Gegenden bereist, so das schwer zugängliche Burma, die Äußere Mongolei, China, Laos, Bhutan, Nepal und Südkorea. Exotische Städte wie Bangkok, Singapur, Hongkong konkurrieren mit dem verträumten Zauber ferner Inseln – Bali, Borneo, Penang, Seychellen und Philippinen. Weil dies aber ein Buch für die Reisenden von heute ist, werden auch "Zwischenstationen" wie Pakistan, Indien und Ceylon und die fernöstliche Sowjetunion berücksichtigt. Welche Flugrouten am günstigsten sind, welche Möglichkeiten sich von den verschiedenen "Drehscheiben" aus bieten – ob von Bangkok, Singapur oder Kuala Lumpur –, darüber wird genauso informiert wie über die Angebote der großen Reiseveranstalter, aber auch über Visabeschaffung, Devisenbestimmungen, zweckmäßige Kleidung, Einkaufsmöglichkeiten. (Piper Verlag, München, 1977; 320 S., 24,– DM.)