Bierernst

Mit einem Witz antwortete der ausgebürgerte DDR-Liedermacher Wolf Biermann auf die Frage, ob er glaube, nach Ost-Berlin zurückkehren zu können. Am Sektorenübergang Bahnhof Friedrichstraße, so Biermanns Witz, meldet sich einer: "Guten Tag, ich bin der Mörder Weinhold. Laßt mich bitte wieder rein in die DDR. Ich schäme mich ja so, ich will’s auch nicht wieder tun. Ich kann nicht mehr im Westen bleiben, sperrt mich ein. Ich weiß, mich erwartet ein strenges Urteil. Aber ich möchte lieber in der DDR im Zuchthaus sitzen, als in diesem verfluchten Westen herumstreichen." Der Grenzoffizier antwortet: "Mit dem faulen Trick kommst du auch nicht wieder bei uns rein, Herr Biermann."

Lange Vorprüfung

Würde die CDU das Thema nicht immer wieder anheizen, wäre der sogenannte Fall Wagemann – das Zerwürfnis zwischen Bundesverteidigungsminister Leber und dem Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr – vermutlich längst wie das Hornberger Schießen ausgegangen. Das nach dem Eklat in der Blankeneser Pressekonferenz angekündigte Disziplinarverfahren gegen den General ist noch nicht einmal eingeleitet worden. Zur Zeit prüft die Personalabteilung im Bundesverteidigungsministerium, ob man es überhaupt eröffnen muß, wie es Generalinspekteur Wust und General Wagemann selber angeregt haben. Außerdem geht es noch um eine dienstliche Beschwerde Wagemanns, der sich durch ein dpa-Interview des Generalinspekteurs persönlich betroffen fühlt. Womöglich wird man sich bis zum Herbst mit der Prüfung Zeit lassen – dann nämlich wird der Kommandeur sowieso in den Ruhestand versetzt.

Fußpilz hat Ruh

Bei der hygienischen Fürsorge kann die Bundeswehr auf eine Allparteien-Koalition rechnen. Nachdem einst der CDU-Abgeordnete Damm das Verteidigungsministerium mit Erfolg auf gewisse Mißstände bei der soldatischen Kleiderausstattung aufmerksam gemacht hatte, ist jetzt vom Verteidigungsausschuß des Bundestages ein Antrag des SPD-Parlamentariers Möhring und seines FDP-Kollegen Möllemann einstimmig angenommen worden, nach dem die Wehrpflichtigen bei ihrer Ersteinkleidung nur noch neues Schuhwerk erhalten und es bei ihrem Ausscheiden behalten können sollen. Grund: 70 Prozent der Soldaten hätten Fußdeformationen und 20 Prozent Fußpilz.

Amins angstfreies Uganda