Der Deutsche Werbern erteilte gleich zwei Rügen. Die eine ging an dieFernseh-Magazin-Sendung – Report des Südwestfunks. Grund: Ein Beitrag der Report-Redaktion vom 10. Mai sei „irreführend“ und „mit den Grundsätzen des fairen Journalismus nicht zu vereinbaren“ gewesen. Report hatte über eine Anzeige für Suzuki -Motorräder berichtet, die am 20. April unter dem Slogan „Die Sportskanone für Scharfschützen“ in der Zeitschrift Motorrad erschienen war. Generalbundesanwalt Buback, so der Hinweis der TV-Redaktion, sei am 7. April von einer Suzuki aus erschossen worden.

„Wie unsere Nachforschungen beim Verlag der Zeitschrift ergeben haben“, so teilte der Werberat mit, seien Anzeige und Slogan vor dem Mord konzipiert worden. Gleichwohl: ein merkwürdiger Zufall. Immerhin wurde auch das Motorradunternehmen gerügt: „Die Verwendung eines derart aggressiven und militärischen Vokabulars im Zusammenhang mit der Werbung für ein Motorrad“ sei „aus grundsätzlichen Erwägungen zu mißbilligen“.

Staffan Gunnarsson, Geschäftsführer der Philip Morris GmbH in München, ist nach wie vor überzeugt, daß sein Unternehmen auf dem deutschen Zigarettenmarkt in fünf Jahren auf einen Marktanteil von annähernd 15 Prozent kommen wird – notfalls allein mit der Marlboro. Im ersten Quartal 1977 hat es erstmals sieben Prozent überschritten (die Marlboro erreichte 6,9 Prozent). Mit hohen Werbeaufwendungen, die von der Konkurrenz auf mindestens 20 bis 30 Millionen Mark veranschlagt werden, führt Philip Morris nach gelungenem Test in Berlin nun die in den USA sehr erfolgreiche leichte Zigarette Merit in Deutschland ein.

Innerhalb der nächsten zwölf Monate, gab Jürgen Schrader, Chef der Hamburger Werbeagentur Lintas, die Parole aus, werde sich das Unternehmen mit einer Filiale in Frankfurt niederlassen. Die Hamburger folgen damit dem Schritt, den bereits andere vor ihnen gegangen sind: Regionalisierung. Die Gründe: Das Lintas-Kundennetz ist nicht nur – traditionell – im Norden, sondern inzwischen auch im Süden gut ausgedehnt. Es ist dann für Agenturleute und Kunden bequemer, wenn die Wege nicht so weit sind. Und: Das Neugeschäft wird immer schwieriger. So soll entfernungsscheuen Kunden entgegengekommen werden. Adresse und Telefonnummer gibt es noch nicht, aber bereits Stellenanzeigen für qualifizierte Mitarbeiter.

Knapp einen Monat vor seinem Ausscheiden als Vorsitzender des Vorstandes der Bayerischen Landesbank Girozentrale durfte sich Heinrich Junker mit dem Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Universität Würzburg schmücken. Offiziell erhielt Junker, der bei der Landesbank nur ein Jahr lang den Chefstuhl einnahm, die Auszeichnung für seine Verdienste um die Heimatgeschichte als früherer Landrat von Dachau. Witzelte ein Landesbank-Mann: „Für den Jacob haben wir gezahlt, und der Junker bekommt r.un den Doktor, weil die in Würzburg zu spät geschaltet haben.“ Junker-Vorgänger Karl Theodor Jacob war erst im vergangenen Jahr in Pension gegangen.

* Die Deutschen greifen immer noch am liebsten zum Korn, wenn sie mal einen Schnaps trinken wollen. Dennoch spüren die Spirituosenhersteller langsame Verbrauchsveränderungen. Bittere, Halbbittere und Kräuterliköre sowie Rum und Whisky werden häufiger verlangt, bei den Klaren, Korn, Gin und Wodka, ging die Produktion relativ zurück. Trotzdem: Es wird immer noch mehr als doppelt so viel Korn wie Kräuterschnaps und Bitteres produziert.

Nach 25jähriger Zugehörigkeit zur Firma, davon elf Jahre als Chef, scheidet überraschend der Generaldirektor der deutschen NCR-Tochter in Augsburg, Friedrich Franz Herzog, aus. Weder über seinen Nachfolger, noch über eine neue Position des 52jährigen Herzog ist etwas zu erfahren. Von einer „Wachablösung“ kann keine Rede sein, eher von einem überstürzten Wechsel nach einem unvorhergesehenen Eklat.