Christiaan Barnard, der experimentierfreudige Chirurg in Kapstadt, hat am Montag in ‚ einer zehnstündigen Operation das Herz eines Pavians in die Brusthöhle einer 25jährigen Italienerin eingepflanzt. Ihr allzu schwaches Herz hatte zu schlagen aufgehört, darum sollte das Affenorgan als Zusatzpumpe so lange für das Weiterleben der Frau sorgen, bis ein Menschenherz verfügbar würde. Das Experiment mißglückte. Die Patientin starb bald nach dem Eingriff.

Die Nachricht aus Südafrika läßt uns erschauern. Ein Affenherz in der Mädchenbrust – welch gräßliche Vorstellung.

In Wahrheit wäre, so lange ein aus Kunststoff gefertigtes Herz noch nicht einsetzbar ist, ein Tierorgan als Austauschteil kein schlechter Ausweg. Herzchirurgen brauchen für die Transplantation, frische, möglichst unverbrauchte Organe. Oft muß man lange darauf warten. Das Warten mag dazu verführen, einen fast Toten schon für tot zu erklären, damit ein fast Lebender weiterleben kann.

Ein passendes Tier aber könnte zur passenden Zeit geschlachtet werden. Th. v. R.