Ausgezeichnet:

Michel Richard Delalande "Simphonies pour les soupers du roy". Der König, das ist Ludwig XIV., und die Stücke, die auf dieser Platte vereinigt sind, wurden nicht nur zu seinen Soupers gespielt Michel Richard Delalande (1657–1726) war bereits mit 28 Jahren Hofkomponist des Sonnenkönigs, sowohl für die Kirchen als auch für die Profanmusik. Seine Suiten sind noch in der für das späte 17. Jahrhundert typischen, prunkhaft-üppigen Weise sowohl in der Besetzung (oft Bläser) wie in der Form ausgestattet, mit glanzvollen Arabesken und majestätischen Klangtürmen, vor allem aber mit jenen, nur von Voll-Professionellen solistisch vorzuführenden Duetten und Quartetten, deren Ästhetik dieser Musik zu einem Attribut verhalfen, das mehr als zweihundert Jahre später noch einmal einen französischen Komponisten inspirierte: Debussy zu den "Fêtes galantes". Maurice André (Trompete) und das Orchestre de Chambre Jean-François Paillard spielen die Suiten mit unvergleichlicher Eleganz (Erato-RCA-ZL 30513 AS).

Heinz Josef Herbort

Hörenswert:

"Music of the seraglio" – "Songs and dances of Marocco" – "The sardena of catalonia". Dies sind drei Platten aus einer 15 Nummern umfassenden Serie, die keine irgendwie adaptierten, modernisierten folkloristischen Beiträge bieten, sondern ausdrücklich originale Volksmusik aus vielen Ländern, gespielt auf jeweils landesüblichen Instrumenten und gesungen in der Landessprache: eine ehrgeizige Edition, die allerdings auf deutsch viel verliert. Das liegt vor allem an der irritierenden Übersetzung des Erläuterungstextes auf der Plattentüte durch jemanden, der weder sicher deutsch kann noch von Musik etwas versteht und deshalb eine Menge Rätsel im Taschentext hinterläßt, wo gerade Klarheit notwendig gewesen wäre. Denn man hört ja eine für unsere Ohren ungewohnte, zumindest überraschende, oft reizvolle Musik: aus Katalonien zwölf "Sardanas", geradtaktige, merkwürdig "romantische" Tänze, von einer originell besetzten "Combo-gili" gespielt; aus der Türkei sieben Solo-Stücke auf je einem originalen Instrument; aus Marokko fünfzehn Lieder und Tänze. Am besten werden die Instrumente erklärt; die Erläuterungen zur Musik sind zum Teil (jedenfalls in der laienhaften Übersetzung) naiv und verwirrend und für das Verständnis bei weitem zu dürftig. Und das ist jammerschade. (Teldec 6.23003, 6.23005, 6.23006)

Manfred Sack