Eine Wassersportart, die bislang eher als ein Kuriosum aus Kalifornien, dem Herkunftsland, belächelt wurde, setzt sich jetzt auch in unseren Breiten immer mehr durch: das Windsurfen. Es ist ein zum herkömmlichen Segeln vergleichsweise unkomplizierter und praktischer Spaß, denn er macht Schluß mit dem Gedränge um Liegeplätze und den umständlichen Transporten.

Das Brettsegeln fand inzwischen so großen Anklang, daß sich schließlich sogar der Deutsche Segler Verband (DSV, Adolfstraße 56, 2-000 Hamburg 76) veranlaßt sah, das Windsurfen als neue Segelsport-Disziplin anzuerkennen und aufzunehmen. Doch war zunächst eine Umbenennung notwendig, da der Name „Windsurfer“ markengebunden ist. Zusammen mit dem Verband der deutschen Windsurfer Schulen (VdWS, Burchardstraße 8, 2000 Hamburg 1) einigte sich der DSV auf „Segelsurfer“.

Allein in der Bundesrepublik Deutschland gibt es bisher 86 Tom VdWS anerkannte Segelsurfer-Schulen neben zahlreichen freien Schulen und 70 Klubs. Außerdem erweiterten Ferienzentren in Wassernähe damit ihr Sportangebot. (Die Leihgebühr für einen Segelsurfer beträgt pro Stunde rund 10 Mark.) Zur Zeit gibt es in der Bundesrepublik Deutschland rund 25 000 aktive Surf-Sportler. Nach einer Prognose des VdWS wird bis Ende 1977 mit einem Zuwachs auf 35 000 bis 40 000 gerechnet.

In den vom VdWS anerkannten Segelsurfer-Schulen wird nach Abschluß der Kurse ein Diplom erteilt. Der DSV plant nun ebenfalls, seinen Segelschulen eine Abteilung für das Segelsurfen anzugliedern und den Unterricht mit einem Diplom abzuschließen.

Tummelplatz für Segelsurfer sind eigentlich alle Gewässer, davon ausgenommen: öffentliche Schiffahrtswege, Gebiete innerhalb der Betonnung, Hafeneinfahrten (Seehäfen und Sportboothäfen), Kanäle (beispielsweise der Nord-Ostsee-Kanal) und natürlich alle mit Verbotsschildern gekennzeichneten Plätze.

Erlernbar ist diese Sportart für jeden, der schwimmen kann und ein wenig Kondition, Reaktionsschnelligkeit und Körperbeherrschung mitbringt. Die Vereine raten, einen Kursus zu absolvieren, bevor man sich aufs Wasser wagt. Der überwiegende Teil an Segelschulen und -klubs (rund 50) hat sich im süddeutschen Raum angesiedelt, an der Nord- und Ostsee gibt es ebenfalls schon genügend Ausbildungsstätten. Die Teilnahmekosten für einen 5- bis 7stündigen Kurs liegen etwa zwischen 100 und 150 Mark.

In der Windsurferschule Uberlingen von Peter Kleinwächter (Bahnhofstraße 27, 7770 Überlingen, Telephon [0 75 51] 6 37 58) werden beispielsweise Kurse für 130 Mark (5 Stunden) und 150 Mark (7 Stunden) angeboten; einschließlich Prüfungen in Praxis und Theorie (ähnlich wie beim Segeln) und Aushändigung eines Diploms. Bei rechtzeitiger Anmeldung übernimmt oder erleichtert die Schule auch die Quartierbeschaffung.