Mit der Diskussion um die Kostenexplosion in der Medizin sind die Ärzte ins Gerede gekommen. Ihnen wird vorgeworfen, zuviel in die eigene Tasche zu wirtschaften.

Sind unsere Ärzte wirklich zu teuer?

Unser Autor hatte Gelegenheit, sich mehrere Tagelang in der Praxis eines Internisten umzusehen.

Er konnte sogar Einblick in die Bücher nehmen, um die Relation von A rbeitsaufwand und finanziellem Verdienst einschätzen zu könne?i.

Die Tür ist angelehnt, man muß nicht klingeln. Die beiden Wartezimmer sifad numeriert. Am Empfang sitzt eine freundliche Dame: "Ach, Sie sind es, nehmen Sie doch bitte einen Augenblick Platz, mein Mann wird gleich kommen — Das Telephon schrillt fast unablässig. Patienten kommen und bitten um einen Termin. Die Auskunft kommt nach einem kurzen Blick in die Kartei, immer prompt und gleichbleibend höflich. Ein kurzer Blick zum Besucher: "So hektisch ist das bei uns natürlich nicht immer, wir haben heute Enddarm Untersuchung "

Eine Stunde später, es ist mittlerweile 19 10 Uhr geworden, faßt Dr. Günter R ("so, jetzt haben wir Zeit") seinen Besucher am Arm und führt ihn ins Labor; "Schauen Sie sich um, fragen Sie. Das ist Schwester Christel, meine Frau kennen Sie ja schon "

Günter R hat eine Fachpraxis für Gastroenterologie (Magen- und Darm Praktiker) in einer mittelgroßen norddeutschen Stadt. Seine Frau, eine promovierte Biologin, arbeitet halbtags im Empfang mit. Die Räume der Praxis — insgesamt 196 qm groß, 1300 Mark monatliche Miete — erwecken den Eindruck von Modernität ohne Kälte. Günter R, ein sportlicher Typ ("ich spiele gern Tennis"), fordert seinen Besucher auf, "nichts zu übersehen" "Wir zeigen Ihnen alles", sagt er, "auch unsere Bücher "