Verschiedene Pressereaktionen auf die Verleihung des Petrarca-Preises an Achternbusch veranlassen mich, aus einem Bedürfnis, zu diesem Ereignis sprachlich Tatsachen und einen Hintergrund zu schaffen, den zu dem Anlaß vorbereiteten, aber nicht gesprochenen Text nachträglich zu veröffentlichen. Gegen die Demagogie und den Klatsch; für die Literatur. P. H.

Haltung oder Entfaltung: Achternbuschs Unwille (sich) zu entfalten – statt dessen die Konstruktion einer („richtigen“, anders auch gar nicht möglichen) Haltung –

die Gefahr einer Haltung in der Literatur: daß man sich schreibend von vornherein so im Recht glaubt, daß man nichts mehr „von sich zu geben“ braucht; .Haltung des Vor-Verständnisses mit mir Lesendem: „Dir brauche ich ja nichts zu erzählen!“

Wenn man nichts entfalten mag, müssen aber die Sätze lauter Trümpfe sein: Auftrumpfliteratur.

Langer Schmerz des Lebens: daraus kann, wenn eine Person nur als Redefigur sich äußern will, eine Lebenshaltung der selbstbetörten Geschmerztheit, auch eine lebenslange Schreibhaltung werden.

Abgesicherter, von andern abgesegneter Trotz: „Ich schreibe, was mir paßt.“ Ist eine solche Art Freiheit nicht auch ein Trick?

Von daher wird Achternbusch jedenfalls verständlich als Beispielfigur für (bessere) Zeitungsschriftsteller, die da eine gegängelte Zweitexistenz von sich selber tagtraumhaft ein bißchen im sogenannten Freien herumtollen sehen, in Scheingefechten durchspielend, was sie dann „anarchistische Schreibweise“ nennen: ihre Zweitwohnung (manchmal auch meine).