• Die britische Fluggesellschaft Laker will Passagiere für einen Flugpreis von hundert Dollar über den Nordatlantik von London nach New York befördern. Wie wird die Lufthansa auf diese Herausforderung reagieren? Culmann: Überhaupt nicht. Ich kenne die Kalkulation von Laker nicht. Aber eine Gesellschaft wie die Lufthansa, die verpflichtet ist, jeden Tag zur festgesetzten Stunde nach New York zu fliegen, ob es schneit oder gewittert, ob mit einem Passagier oder mit 250 Passagieren, kann auf diese Preise nicht einsteigen. Wie Sie wissen, machen im Augenblick alle Linien auf den Nordatlantikstrecken Verluste, sogar Chartergesellschaften.
  • Kann man überhaupt für hundert Dollar Passagiere über den Nordatlantik befördern?

Culmann: Wie gesagt, ich kenne die Kalkulation nicht. Aber bei hundertprozentiger Auslastung, wenn also jeder der 350 Sitze in der DC 10 verkauft wird, ist es vielleicht möglich, allerdings nur bei vielen Abstrichen gegenüber einem Linienflug.

  • Welche Abstriche?

Culman: Wenn es keinerlei Service gibt, das heißt, daß die Passagiere sich ihre Butterbrote mitbringen. Wenn der bei der Linie notwendige Personalaufwand für Buchung und Vorverkauf, die es bei Laker ja nicht geben soll, entfällt. Wenn mit einer verringerten Besatzung geflogen wird, die gerade noch die Sicherheitsbestimmungen erfüllt. Wenn die Flugzeuge zu günstigen Konditionen beschafft werden konnten und über zwanzig statt über zehn Jahre abgeschrieben werden.

  • Das letzte interessiert allerdings den Passagier nicht, sondern nur den Kaufmann.

Culmann: Richtig.

  • Die amerikanischen Fluggesellschaften TWA und PanAm haben angekündigt, daß sie auf den Laker-Preis einsteigen wollen.