Mitten im Sommer ist das Thema Energie hochaktuell. Anfang dieser Woche feierte das bisher größte, teuerste und zugleich umstrittenste private Bauvorhaben der Welt Premiere: Das erste Öl floß im Norden Alaskas in die Trans-Alaska-Pipeline. Erst in rund 30 Tagen kommt es im eisfreien Alaska-Hafen Valdez an. Die Kosten für das Superprojekt: 18,5 Milliarden Dollar.

Unterdes haben die Amerikaner den politischen Druck auf Brasilien verstärkt, um doch noch das Atomgeschäft mit der Bundesrepublik Deutschland zu Fall zu bringen. Im Rahmen des größten deutschen Exportgeschäfts sollen Anreicherungs- und Wiederaufbereitungsanlagen an Brasilien geliefert werden. Auch wenn die USA Kapital- und Kredithilfen drosseln sollten, wollen die Brasilianer an ihrem Vertrag festhalten.

Uranlieferungen standen auf dem Gesprächsprogramm, das Kanzler Schmidt und der australische Ministerpräsident Malcolm Fraser anläßlich seines zweitägigen Bonn-Besuches erörterten. Bereits im Juli wird nun die australische Regierung über die Bedingungen entscheiden, unter denen Uran an andere Staaten geliefert werden soll.

Saudi-Arabiens Erdölminister, Scheich Yamani, versucht, die Opec-Staaten wieder zu einer Einheit zu bringen. An unterschiedlichen Preisvorstellungen gegenüber den Abnehmerländern war im vergangenen Dezember der Einheitsblock zerbrochen. Nun möchte Yamani erneut seine moderaten Vorstellungen durchsetzen – wenn auch auf einem etwas höheren Preisniveau. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen danach ihre Preise in diesem Jahr um weitere fünf auf zehn Prozent anheben, wenn die anderen elf Mitgliedstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) auf ihre angekündigte Preisanhebung von zehn auf 15 Prozent verzichten. Die „Gemäßigten“ warten nun auf eine Stellungnahme. gf