Öl im Überfluß

Entdeckt wurde das „Schwarze Gold“ an der North Slope von Alaska im Jahre 1968. Neun Jahre später und nach einem Aufwand von knapp acht Milliarden Dollar begann das Öl in dieser Woche nach Süden zu fließen. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 1,76 Kilometer pro Stunde werden die ersten Vorboten der auf 1,3 Milliarden Tonnen geschätzten Ölreserven in etwa dreißig Tagen den eisfreien Hafen von Valdez erreichen. Nur, am Ende der 1300 Kilometer langen Pipeline weiß man noch nicht, wie man den plötzlichen Ölsegen bewältigen soll. Das Alaska-Öl könnte zehn Prozent des amerikanischen Verbrauchs decken, doch die Raffinerien an der Westküste können seinen hohen Schwefelgehalt nicht verkraften. Naheläge ein „Ölwechsel“: Die USA bezieht für Japan bestimmtes Nahost-Öl und verschifft dafür das Alaska-Öl nach Nippon. Doch die Sache hat zwei Haken: Amerika will von den Arabern nicht zu abhängig werden, und auch die Japaner wollen kein schwefelhaltiges Öl.

Rekord-Rüstung

Das Wettrüsten geht unaufhaltsam weiter. 334 Milliarden Dollar, das sind rund 768 Milliarden Mark, haben die Staaten der Erde im vergangenen Jahr für ihre Bewaffnung ausgegeben, 30mal so viel wie um die Jahrhundertwende. Zu diesem Ergebnis kommt das Stockholmer Forschungsinstitut Sipri in seinem jüngsten Jahresbericht. Der Löwenanteil der Rüstungsausgaben entfiel mit 70 Prozent auf die Staaten der Nato und des Warschauer Paktes. Wenig tröstlich ist es, daß es vor 20 Jahren noch 85 Prozent gewesen sind. Denn um genau diese Differenz vergrößerte sich inzwischen der Rüstungsanteil der Dritten Welt. Mehr als die Hälfte, genau 52 Prozent dieses Dritt-Welt-Anteils, entfiel auf die Staaten des Nahen Ostens.

Gelbe Gefahr

Den Sowjetbürgern wird neuerdings von der Propaganda das Gespenst einer chinesisch-japanischen Militärallianz vorgegaukelt. Es muß freilich den Sowjets zu denken geben, daß in diesem Monat ein hoher japanischer Militär „als Privatmann“ nach China gereist ist: Hideo Miyoschi, bis zum vergangenen Jahr Chef des Stabes der „Boden-Selbstverteidigungsstreitmacht“. Er wurde in Peking mit allen Ehren empfangen und durfte in der Nähe der Hauptstadt militärischen Übungen beiwohnen.

Luftballon in Buenos Aires