Sozialdemokraten lassen einen alten Fahrensmann nicht verkommen – vor allem nicht Karl Wienand. Seit der dubiosen Affäre um den angeblichen Kauf der Stimme des Abgeordneten Julius Steiner gegen Rainer Barzel im Frühjahr 1972 hatte er es schwer, im bürgerlichen Leben wieder Fuß zu fassen.

Wienand rangiert seit kurzem auf der Angestellten-Liste eines der SPD verbundenen Duisburger Bauunternehmers und Mineralölhändlers. Seine Bezüge sichern ihm in etwa den Lebensstandard, den er während seiner Abgeordnetenzeit hatte. Zu arbeiten brauchte er dafür bislang kaum.

Es ist schwer vorstellbar, daß der Duisburger Unternehmer dieses Gehalt aus seiner Tasche zahlt – leichter indes, daß die SPD auf irgendeine Weise ihm diese finanzielle Last abnimmt.

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Mit besonderer Aufmerksamkeit hat man im Bundespostministerium davon Kenntnis genommen, daß das private

Paketversand-Unternehmen UPS seine Tarife um durchschnittlich zehn Prozent erhöht. Interessanter ist aber folgende Zahl: Nicht einmal ein Jahr nach seiner Gründung versendet das Unternehmen, das mit nur zweitausend Paketen angefangen hat, heute täglich 20 000 Pakete. Dabei hat UPS in großen Teilen Süddeutschlands noch gar nicht Fuß gefaßt.

Manches deutet darauf hin, daß die Geduld der Post und des ihr nahestehenden Gesetzgebers mit dem lästigen Konkurrenten nicht mehr lange anhalten wird. Zwar ist der Marktanteil von UPS noch sehr gering; doch et explodiert geradezu, obwohl die Post plötzlich entdeckte, daß auch sie ihren Service verbessern kann.