Ein Hollywoodfilm löste in den USA ein Kino-Heber und in Wall Street eine Hausse aus

So etwas hat es in New York noch nicht gegeben“, schreibt das amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek. Zeitungen rätseln,Experten haben keine Erklärung parat. Während die meisten Hollywood-Filmfirmen hohe Millionensummen in aufwendige Sensations- und Horrorstreifen investieren, um das Publikum in die Kinos zu locken, brach ein billig produzierter und kaum umworbener Unterhaltungsfilm der20th-Century Fox Film Corporation alle Rekorde: „Star Ware“.

Der „Krieg der Sterne“, der im Gegensatz zu seinem Titel „schieres Entertainment“ (William Trambukis, Generalmanager der US-Kinokette Loews) mit lustigen Helden aus einer fremden Welt ist, wird allein in diesem Jahr voraussichtlich mehr als 100 Millionen Mark einspielen. Damit schlägt er den bisherigen Science-fiction-Marktführer, den Film „2001“, der 60 Millionen Dollar einspielte, weit aus dem Rennen.

Hollywoods Filmexperten haben keine Erklärung für die ausverkauften Vorstellungen. Menschenschlangen vor den Theatern hatten sie bislang nur mit wenigen Sensationsstreifen schaffen können, wie mit den Filmen „Der Pate“, „Der Exorzist“ oder „Der weiße Hai“, der mehr als 200 Millionen Dollar einspielte und damit zum erfolgreichsten Film aller Zeiten aufstieg, nicht aber mit einem „lustigen Unterhaltungsfilm für die ganze Familie“, wie es in den Kritiken über „Star Wars“ heißt.

Der überraschende Hit der Filmfirma löste gleich ein zweites Wunder aus. Die Hollywood-Aktie jagte auf Rekordhöhen. Fox-Aktien verdoppelten ihren Kurs in kurzer Zeit auf über 20 Dollar pro Aktie. Ein Aufkäufer – so munkelte man in Wall Street– würde sich, für Fox interessieren. Ein nicht unbegründetes Gerücht, da sich etliche Hollywoodfirmen bereits in der Obhut großer Industriegesellschaften befinden, Paramount Pictures bei Gulf & Western Industries oder United Artists bei der Transamerica Corporation.

Außerdem besitzt Fox mit seinem Filmarchiv, das über 2500 Streifen zählt, besondere Attraktion für einen Aufkäufer. Die Filmbestände könnten zur Goldmine werden, wenn das Video-Kassettengeschäft startet. Zusatzgeschäfte, wie sie hierzulande unbekannt sind, füllen obendrein die Kassen: der Verkauf von Filmandenken, wie Schallplatten, Bildbände, Miniraumschiffe aus „Star Wars“ und T-Shirts.

Die neue Kinoleidenschaft, die der Fox die Gewinne verdreifachen soll, spüren indes auch die Konkurrenten. Ihre Theater profitieren ebenfalls vom Filmfieber. Während in Wall Street die Kurse der Industrieaktien purzelten, zogen auch die Aktien der anderen Hollywoodfirmen in die Höhe.