Immer mehr Veranstalter arrangieren Planwagenfahrten über Land. Seit einem Jahr bietet das internationale Reiseunternehmen „Charrette-Tours“ Pferdewagen-Reisen durch Frankreich an.

Jeder kann mitmachen, der es übersteht, holperige Wege zu fahren und der bereit ist, an allen mit der Reise verbundenen Arbeiten mitzuhelfen. Kinder ab zwei Jahren und Vierbeiner sind willkommen“ – womit hier der junge Reiseveranstalter Charrette-Tours seine Zielgruppe zu umschreiben versucht, klingt sehr nach: Urlaub als Kontrastprogramm zum Alltag, nach Vagabundenromantik und nach Geselligkeit. Tatsächlich scheint das Programm der Charrette-Tours etwas für Leute zu sein, die heimlich Sehnsucht nach Pfadfinderzeiten haben, besonders für solche freilich, die viel mehr Spaß am Spiel als am Risiko haben. Denn von ernsthaften Abenteuern kann natürlich, wie bei den meisten derartigen Veranstaltungen, auch bei Charrette-Tours keine Rede sein. Immerhin, die Initiatoren dieses Programms führten ein ungewöhnliches Leben: Sie reisten lange Zeit mit einem Straßentheater durch die baskischen Provinzen Spaniens und Frankreichs, bevor sie in das Reisegeschäft einstiegen.

Das Abenteuer „Charrette-Tours“ ist gut organisiert: In 14tigigem Abstand geht es neun Tage mit einer Gruppe von sechs Planwagen (den Charrettes) „durch landschaftlich schöne Gegenden, die mit einem motorisierten Fahrzeug nicht befahren werden können“, auf einer festgelegten Route entlang der Atlanticküste von Soustons nach St. Girons, die lediglich – und das nur nach Mehrheitsbeschluß der Teilnehmer – geringfügig variiert werden kann, wenn es beispielsweise das Wetter erfordert, oder wenn Dorffeste besucht werden.

Mitfahren können mindestens 15 und höchstens 35 Leute, sie kommen aus Deutschland, Frankreich oder Holland. Geschlafen wird in den Dünen, in Zelten oder den Charrettes, doch Duschen und Toiletten sind stets erreichbar, da das Nachtlager immer in der Nähe eines Campingplatzes aufgeschlagen wird. Ein Begleit-Lkw befördert die Ausrüstungsgegenstände, die nicht in die Planwagen passen.

Start der Touren ist in Soustons (der letzte am 15. September), wo die Planwagen bereitstehen. Selbstfahrer und Bahnreisende werden in Dax empfangen und nach Soustons gefahren. Nach dem Frühstück geht es dann los. Die kleine Kolonne treckt täglich etwa vier Stunden, immer in Riechweite des Meeres. Danach wird die Wagenburg aufgebaut und das Mittagessen zubereitet. Die Teilnehmer erhalten volle Verpflegung „à la française“.

Die Nachmittage sind frei zum Schwimmen, Reiten, Surfen, Angeln oder für eigens arrangierte Wagenrennen. Abends steht meist etwas Besonderes auf dem Programm: beispielsweise Spießbraten-Essen, Lagerfeuer oder Filmvorführungen (Projektor und Leinwand sind mit im Gepäck). Manchmal wird die Gruppe auch von Musikern, Zigeunern oder von einem Straßentheater besucht.

Die Kosten (inklusive Anreise per Bahn ab Köln – sie kann sowohl auf der Hinfahrt als auch auf der Rückreise beliebig unterbrochen werden –, Vollverpflegung, allen Veranstaltungen, Versicherungsschutz und je einer Übernachtung in Soustons zu Beginn und am Ende der Planwagenfahrt) betragen pro Person 790 Mark, Selbstfahrer bis Dax zahlen 590 Mark.