Sein Auto an deutschen Flughäfen der Obhut eines Parkplatz Wächters zu überlassen, ist ein aufwendiges und zudem von Ort zu Ort unterschiedlich teures Vergnügen, wie die ZEIT in einer Tabelle zeigte (Nr. 21/77).

Der Preis für einen Tag schwankt zwischen drei und zehn Mark. Bei längeren Ferienreisen und entsprechender Parkzeit sind die Differenzen noch größer: Nach drei Wochen beispielsweise muß der Autofahrer je nach Flughafen zwischen 26 und 168 Mark hinlegen.

Doch trotz solch ansehnlicher Summen schlägt dem Reisenden die Gebührenuhr noch zusätzlich jede Minute, dann nämlich, wenn er eine 24-Stunden-Begrenzung überschreitet; auch dieser Gebührentakt tickt überall anders. Nach Überziehurigsfristen befragt, äußerten sich die Parkplatz- und Garagenwächter der Flughäfen von Hamburg bis München höchst individuell. „Wir drucken auch mal ein Auge zu“, hieß es hier. „Wir werden ja auch kontrolliert“, sagte ein anderer.

Da hilft kein kunstvoller Augenaufschlag und auch kein Diskutieren; wenn die Uhr abgelaufen ist, wird der Reisende erneut zur Kasse gebeten, selbst wenn ihn Gepäckabfertigung, Paß- oder Zollkontrolle über Gebühr aufgehalten haben; auch ein verspätetes Flugzeug erwirkt keinen Pardon.

Am großzügigsten handhabt Bremen die Überschreitung der 24-Stunden-Grenze: zunächst hat der Reisende eine Sdionfrist von dreißig Minuten. Danach, nämlich bei einer halben Stunde bis zu zwei Stunden Überziehung der Parkzeit, ist eine Mark, bei zwei bis fünf Stunden sind zwei Mark zusätzlich zu zahlen. Die nächsten Plätze in der Abkassierungsrangliste belegen Nürnberg (keine Kulanz, bei bis zu zwei Stunden Verspätung ist eine Mark zu zahlen), München (15 Minuten Zeit zum Überziehen, danach werden bis zu sechs Stunden Saumseligkeit mit zwei Mark berechnet), Berlin (keine Überziehungsfrist, bis zu einer Stunde ist eine Mark zu zahlen, jede weitere angefangene Stunde kostet 50 Pfennig) und Frankfurt (zehn Minuten Schonzeit, dann wird für jede angefangene Stunde eine Mark verlangt).

Ein überschaubareres System haben sich Stuttgart und Köln/Bonn ausgedacht: Es gibt keinerlei Überziehungsfrist, jede angefangene halbe Stunde wird mit 50, beziehungsweise 60 Pfennig geahndet. Saarbrücken ließ sein Parkreglement, aus welchen Gründen auch immer, im dunklen.

Am knickrigsten zeigen sich Hannoveraner und Düsseldorfer: Sie gestehen dem Reisenden höchstens eine Verspätung von einer halben, beziehungsweise einer vollen Stunde zu, dann jedoch ist gleich der Preis für einen ganzen Tag fällig, nämlich sechs Mark. Auch Hamburg ist nicht zimperlich: Wer sich länger als 20 Minuten verspätet, zahlt sofort den Betrag für sechs weitere Stunden, je nach Platz zwischen vier und sieben Mark.